Jetzt geht es los

Depositphotos AdikkMit der UEFA-Euro 2021 wird einem bewusst, es hat sich etwas geändert. Fast befremdlich scheinen die Menschenmassen in den Stadien, die seit dem Frühjahr 2020 verschwunden waren. Wir hatten uns schon an die Geisterspiele gewöhnt. So ist es auch in der Livekommunikation. Digitale Lösungen von Streaming bis hin zu interaktiven Plattformen haben zumindest temporär eine neue Realität geschaffen. Leider sind die Rahmenbedingungen für Business Events und Messen noch immer nicht so klar und berechenbar, wie es nötig wäre. Zum einen liegt das an der Unberechenbarkeit der Mutanten und damit des weiteren Pandemiegeschehens. Zum anderen gab es eine zu lange Ungewissheit für die notwendige Planungssicherheit. Mutige Veranstalter mussten dann trotzdem ihre Konzepte für den Frühsommer kurzfristig ändern, bzw. auf die hybriden oder rein digitalen Varianten für ihre Events zurückgreifen.

Ein Ende der digitalen und hybriden “Geisterspiele” in unserer Branche deutet sich zumindest bei den Anfragen für Events und Messeauftritte an. Das reale Live-Erlebnis kehrt zurück und zeugt von einem gewissen Optimismus für 2022. Dass die Politik nach wie vor nicht sonderlich konstruktiv ist, zeigen absurde Aktivitäten. Eine Kampagne der Bundesagentur für Arbeit, genannt mit „New Plan“ bietet ein Aussteigerprogramm zum Beispiel „ Vom Messebauer zum Tischler“. Realität ist, viele haben das schon längst gemacht, wenn sie nicht durch Kurzarbeit bei der Stange, beziehungsweis ihrem Arbeitgeber gehalten wurden. Umso schwerer wird es, das Personal für die Aufträge zu finden, die in naher Zukunft vergeben werden. Die Verlinkung zum entsprechenden YouTube-Video spare ich mir an der Stelle.
Konstruktive Zusammenarbeit aller Beteiligten sieht anders aus. Die wirtschaftliche Bedeutung unserer Branche scheint immer noch nicht in den Ministerien und Behörden verstanden zu sein. Die Unternehmen hingegen wissen, wie wichtig ihre Business-Events und Messeauftritte für ihren Markterfolg sind. Deshalb setzten sie weiter und wieder auf die Live- Kommunikationskanäle. Von der Wirtschaft lernen heißt siegen lernen, könnte man der Politik ins Stammbuch schreiben.

Autor: Stephan Schäfer-Mehdi

Bildquelle: Depositphotos / Adikk

IFES Whitepaper über digitale und hybride MICE-Formate

IFESUnter dem Titel „Digitization in the Live Marketing + Exhibition Industry – Opportunities + Challenges” hat IFES (International Federation of Exhibition and Event Services) ein neues Whitepaper vorgelegt. Publiziert zur Best of Events Connect, dem Online-Ableger der Branchenmesse, beschäftigen sich die Autoren mit der veränderten Nutzung von digitalen Formaten im Rahmen von physischen Veranstaltungen.

In dem Paper, das sich vor allem an kleine und mittelgroße Unternehmen richtet, beschreibt der Verband anhand der „Customer Journey” Stärken und Schwächen sowie Chancen und Risiken von digitalen und hybriden Messe- und Eventformaten.
Das Arbeitspapier beinhaltet eine Situationsanalyse und schlüsselt auf, wie sich die Kommunikation von Unternehmen im vergangenen Jahr verändert hat, in der Folge werden die Begriffe „virtuelle” und „hybride” Veranstaltungskonzepte definiert. Ein Fokus liegt auf dem Verhältnis von Ausstellern, Veranstaltern sowie Besuchern und veranschaulicht die Veränderungen, die digitale „add-ons” auf die Rolle der beteiligten Partner haben.

Als Entscheidungshilfe für Kommunikationsverantwortliche in Unternehmen werden außerdem anhand der Customer Journey die Veränderungen an Touchpoints zwischen Kunde und Produkt und Leistung beschrieben. Anhand einer folgenden SWOT-Analyse erhält der Leser die Möglichkeit, die eigene Situation mit den Möglichkeiten der veränderten Kommunikationsmaßnahmen abzugleichen.

Quelle: www.blachreport.de

#AlarmstufeRot befürchtet Neustart- und Existenzperspektive

EichenbergerUnambitioniert und schädlich für die Veranstaltungswirtschaft verlängert das Kabinett die Corona-Programme nur bis September. „Mitten in der regierungslosen Phase werden Kultur und Veranstalter hilflos dastehen. Zugleich fehlen Regeln und Planungssicherheit für einen zukünftigen Neustart“, so ein Sprecher vom Aktionsbündnis #AlarmstufeRot.

Die Entscheidung der Regierung, das Kurzarbeitergeld und insbesondere die 100-prozentige Erstattung der Sozialversicherung bis Ende September zu verlängern, erscheint nur auf den ersten Blick erfreulich. Diese Bewertung hat das vorgenommen. Dasselbe gilt für die Verlängerung der Überbrückungshilfe III um drei Monate. Das Kabinett hat hier eine unzureichende Lösung gewählt.
„Die Kultur- und Veranstaltungswirtschaft wird zum x-ten Mal im Regen stehen gelassen“, betont Christian Eichenberger, Mit-Initiator des Aktionsbündnisses #AlarmstufeRot, das entstanden mit dem Ziel der finanziellen Rettung der Kultur- und Veranstaltungswirtschaft ist. „Eine Verlängerung von Überbrückungshilfe und Kurzarbeit nur bis September bringt gar nichts“. Seine Meinung: „Zu diesem Zeitpunkt wird Deutschland auf Parlamentsferien und Wahlkampf zurückblicken und noch eine Regierungsbildung bis mindestens Januar 2022 vor sich haben. Es wird schlicht niemanden geben, der für die Branchen in Not dann beherzte und wirksame Hilfen beschließen wird. Nun sind zwangsläufig weitere Veranstaltungs-, Messe- und Festivalabsagen sowie Entlassungen die Folge.“

Quelle: www.mice-business.de

Abbildung: Christian Eichenberger (Foto: Wolfgang Schaper)

insglück, gtp2 architekten und studio grüngrau gestalten Biotopia auf Floriade 2022

Floriade2022Eine Bietergemeinschaft aus insglück, gtp2 architekten und studio grüngrau Landschaftsarchitektur hat für ihr Konzept „Biotopia – Growing Community“ den Zuschlag erhalten und realisiert den Auftritt des Deutschen Gartens auf der Floriade Expo 2022 in Almere bei Amsterdam. Die siebte Ausgabe der Gartenbau-Weltausstellung in den Niederlanden steht im Zeichen von „Growing Green Cities“. Deutschland präsentiert sich auf der Floriade 2022 mit einem aktivierenden, sympathischen Auftritt und lädt zu einer Reise in eine neue urbane Zukunft ein.

Der Deutsche Garten lädt auf spielerische Art zum Dialog über die Chancen und Potentiale grüner Städte ein und zeigt sich als Ort der Begegnung, der Partizipation und des Austauschs. Ein offener und lebendig gestalteter Holzpavillon mit begrüntem Atrium bildet das Herzstück des Deutschen Gartens, der eine stetig wachsende und sich wandelnde Stadt symbolisiert. Die zweistöckige kubische Holzkonstruktion mit Dachgarten und intensiv begrünten Fassaden umläuft das rund 2.000 Quadratmeter große Grundstück. Im Inneren erleben die Besuchenden ein artenreiches Biotop aus Bäumen, Nutz- und Zierpflanzen sowie Stauden und Gräsern, die sich als widerstandsfähig gegenüber klimatischen Veränderungen erwiesen haben.

Bestimmend für die Szenografie der Ausstellung sind begehbare Collagen aus Stadtvisionen, in denen die Besuchenden aktiv auf Entdeckungsreise gehen können. Gezeigt werden Perspektiven und Innovationen aus Deutschland, die sich der Frage nach den Städten der Zukunft widmen. Die Besuchenden werden multiperspektivisch und interaktiv integriert und tauchen in eine Vielfalt aus Themen, Materialien und Vermittlungsebenen ein. Hier wird ausprobiert, angefasst und mit allen Sinnen erfahren. Mit einem smarten Armband können sie thematisch Icons sammeln, Exponate aktivieren, Ideen „liken“ und sichtbaren Wandel erschaffen. Am Ende der Ausstellung werden die gesammelten Icons und Ideen in einem finalen Exponat als ganz persönliche Stadtvision ausgewertet und virtuell zum Leben erweckt.

Die Floriade Expo ist eine thematische Variante der Gartenbau-Weltausstellungen und wird seit den 1960er Jahren alle zehn Jahre in den Niederlanden veranstaltet.

Quelle: www.blachreport.de

Abbildung: Deutscher Garten auf der Floriade Expo 2022 in Almere (Illustration: Deutscher Garten Floriade Expo 2022/ARGE insglück, gtp2, studio grüngrau)

Gemeinsam haben die Verbände der Kultur- und Veranstaltungswirtschaft am 27. Mai ein umfassendes Schreiben an die Regierungsparteien und Fraktionen des Landes Niedersachsen versendet

FAMAB Logo 21Gemeinsam haben die Verbände der Kultur- und Veranstaltungswirtschaft in Niedersachsen (Berufsverband Discjockey e.V., Deutscher Schaustellerbund e.V., FAMAB Kommunikationsverband e.V., Initiative der Veranstaltungswirtschaft e.V., KlubNetz Verband der niedersächsischen Konzertkulturschaffenden e.V., VPLT - Verband für Medien- und Veranstaltungstechnik e.V.) am 27. Mai 2021 ein umfassendes Schreiben an die Regierungsparteien und Fraktionen des Landes Niedersachsen versendet.

Die daran beteiligten Verbände und Vereine fordern die Niedersächsische Landespolitik zur Einbindung der Kultur- und Veranstaltungswirtschaft in die Ausarbeitung kommender Corona-Verordnungen auf, damit alle Veranstaltungsformen letztlich auch Berücksichtigung finden.

Die Beteiligten fordern hierzu in ihrem Schreiben konkrete Veränderungen der Verordnungen:

· Schaffung konkreter Perspektiven in den Verordnungen für alle Inzidenzstufen
· Die Definition von Genehmigungsbedingungen für zulässige Veranstaltungen
· Die Berücksichtigung des zu erwartenden Impffortschritts in künftigen Verordnungen
· Die Verbesserung der Kontaktnachverfolgung via App

Zudem haben die o.g. Beteiligten gemeinschaftlich Problemfelder aufgelistet, die durch Verordnungen aus verschiedenen Gründen nicht erfasst werden können und im gemeinsamen Gespräch mit dem Ministerium für Gesundheit und Soziales auf Arbeitsebene zu klären wären.

Die Unterzeichner möchten weiterhin zu bedenken geben:

“Ohne den praktischen Bedarf und die Perspektive einer/eines Veranstalters:in zu kennen, laufen wir Gefahr, die Festivals im Sommer zu verlieren. Wir brauchen jetzt einen klaren Plan unter Einbeziehung der Veranstaltenden, der auch Tanz-Veranstaltungen durchführbar macht”, so Johannes Teller von KlubNetz e.V.. Auch Gunnar Geßner von KlubNetz e.V. erklärt: “Wir haben digitale Möglichkeiten der Kontaktverfolgung, diese brauchen jetzt auch eine klare Regelung in der Verordnung, um deren Vorteile auch mit Blick auf den Datenschutz und die Anwendungspraxis bei Veranstaltungen auszuschöpfen.”

“Die praktischen Umsetzungsmöglichkeiten bleiben auf der Strecke, wenn die Gesundheitsämter das Risiko der Entscheidung tragen - wir brauchen daher klare Vorgaben für genehmigungspflichtige Veranstaltungen, dann können unsere Veranstaltungen auch durchgeführt werden”, so Thorsten Meyer von der IVW e.V. (i.G.).

Dirk Wöhler vom BVD e.V. äußert sich mit viel Unverständnis: “Ich betreibe mittlerweile einige Test-Zentren und wir fischen andauernd die positiven Fälle raus. Mit diesen Möglichkeiten der Teststrategien sind Veranstaltungen definitiv möglich - auch diese Möglichkeiten müssen berücksichtigt werden.”

Auch im Bereich der wirtschaftlichen Veranstaltungen müssen Planungen starten können. So gibt Jan Kalbfleisch vom FAMAB e.V. zu bedenken:

“Die aktuellen Verordnungen schaffen keine langfristige Planungssicherheit, die Frage der Durchführbarkeit muss jetzt geklärt werden, damit Planungen verbindlich aufgenommen werden können. Mit den stetig sinkenden Inzidenzen müssen vom Verordnungsgeber auch Szenarien ohne zusätzliche Schutzmaßnahmen geplant werden. Denn letztlich wirkt sich jede Schutzmaßnahme erheblich negativ auf die Rentabilität von Veranstaltungen aus. Private Veranstalter:innen können das auf Dauer nicht leisten.”

Auch die Schaustellenden suchen nach einer Perspektive, so Kevin Kratzsch vom DSB e.V.: “Temporäre Freizeitparks retten uns vielleicht durch die Überbrückungszeit, wir brauchen jetzt allerdings ein Signal, wann wir auch ein Festzelt aufbauen können, damit wir Hoffnung verbreiten und nicht aus Angst vor wirtschaftlichen Verlusten weitere Absagen hinnehmen müssen.”

„Seit Monaten drängen wir auf die Klärung, was es heißt, wenn wir eine Inzidenz von 0 haben. Auch die neue Verordnung weist massive Schwachstellen auf, eine Inzidenz von unter 10 kann nicht wie über 35 behandelt werden! Seit einem Jahr bieten wir, auch in Niedersachsen, nahezu rund um die Uhr fundierte Unterstützung an, doch immer wieder liest es sich, als wären all diese Papiere und fachlichen Ausarbeitungen, nicht durchgedrungen.“ bemängelt Helge Leinemann für den VPLT.

Die beteiligten Institutionen hoffen, mit dieser Initiative Gehör zu finden, um den seit über 15 Monaten andauernden Lockdown für Deutschlands sechstgrößte Branche in absehbarer Zeit beenden zu können.

Autor: FAMAB e.V.

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