Lernen in der Krise

Hand writing Time to Learn concept with blue marker on transparent wipe board.Es gibt gerade viele Probleme, die wir als ganze Branche und als ihre Akteure gleichzeitig lösen müssen. Wer jetzt ernsthaft erkrankt ist oder nahe Angehörige hat, muss um ganz existenzielle Dinge fürchten und kämpfen. Denen wünschen ich alle Kraft und - hoffentlich - Genesung. Andere kämpfen völlig unverschuldet und fast aus dem Nichts heraus einen wirtschaftlichen und existentiellen Überlebenskampf. Hoffentlich greifen hier die verschiedenen Hilfspakete. Andere haben Arbeit, hängen in virtuellen Meetings und müssen gleichzeitig als Eltern ihre Kinder zu Hause beschulen oder betreuen. Auch das ist eine gewaltige Herausforderung.

Da fällt es mir nicht leicht, oberschlau auf das lebenslange Lernen hinzuweisen. Aber diese Krise zeigt ganz deutlich, Business as usual ist passé. Deshalb macht es jetzt Sinn nicht nur aus der Tiefe des Suppentellers kurz über den Rand zu blicken, sondern sich deutlich darüber hinaus zu bewegen. Im Augenblick sind nicht nur Toilettenpapierbrands oder Maskenhersteller die Krisengewinnler, sondern es ist ganz klar die digitale Kommunikation in all ihren Facetten.

Unsere jetzige Meetingwelt ist plötzlich ein digitaler Bienenkorb voller Gezoome, Teamsing und Skypen. Auch hier lohnt sich die Auseinandersetzung über die Technik hinaus. Es bräuchte nämlich dringend mehr gute Moderatoren. Also ab ins Webinar, damit es vor lauter Goto Meetings und Hangouts keinen didaktischen Hangover gibt.

Jetzt aber nur auf die virtuelle Transformation Richtung Digitaler Events und Messen zu setzen, reicht nicht aus. Das Schaffen und Vorhalten von Hard- und Software wird kein Markt, der exponentiell so schnell wachsen wird, dass er eine ganze Branche zu retten vermag. Es geht erst mal um Content und dessen Kommunikation, die erst einmal medienunabhängig. Hier lohnt es sich auf jeden Fall individuell Zeit zu investieren, um schlauer aus dem Shut-Down wieder herauszukommen.

Autor: Stephan Schäfer-Mehdi

Der große Katalysator

KassandraVorbemerkung: Wer jetzt lieber nur Optimistisches im Sinne von „Wir schaffen das“ lesen möchte, sollte einfach weiter klicken. Ich beschäftige mich gerade mit der Seherin Kassandra, die bekanntlich immer recht behielt, aber sich mit ihren Voraussagen unbeliebt bei ihrem trojanischen Volk machte. Tröstlich ist, dass im Untergang Trojas der Aufstieg Griechenlands begründet lag. Aber das ist eine andere Geschichte.

Heute stehen alle Räder still, weil ein winziger Virus das will. Die Auswirkungen auf die Gesellschaft und Wirtschaft sind enorm und - noch - nicht absehbar. Oder waren sie es doch schon? Denn „flatten the curve“ trifft ja nicht nur auf die exponentielle Ausbreitung der Krankheit und Ansteckung der Menschen mit dem Coronavirus zu, sondern auch auf die Erderwärmung. Diese Herausforderung und deren gewaltiges Krisenpotential sind immer noch nicht gelöst.

Wird alles wieder gut? Manches ist längst im Transformationsprozess. Viele Projektmeetings fanden schon nicht mehr leibhaftig statt. Manchmal war es den Entfernungen und Zeitzonen geschuldet, wenn zum Beispiel ein Team in Boston, eines in Wuppertal und das dritte in Peking miteinander kommunizieren mussten. Trotzdem wurde noch zu viel gemeetet: aus Statusgründen, weil das Meilenkonto noch nicht voll war und natürlich wegen des Geschäftsmodells der Agenturen, die Zeit in Form von Tagessätzen verkaufen. Aber die Goldgräberzeiten sind längst vorbei, immer härter haben die Kunden verhandelt und die Tagessätze reichten ohnehin hinten und vorne nicht. Weshalb man zu viele unproduktive Reisezeiten ohnehin schon vermied und Telefonkonferenzen oder Webmeetings abhielt.

Die Digitalisierung hat diese nichträumliche Face-to-face-Kommunikation ermöglicht Die Tools sind vielfältig, einfach und weit verbreitet, Skype, Teams, Zoom, Hangout, … Unsere Kunden werden sie zukünftig viel stärker nutzen, um unabhängig von Vulkanausbrüchen oder Pandemien zu sein. Da werden dann aber nicht nur einfache Meetings oder Trainings, sondern auch die großen Events und Messen auf den Prüfstand gestellt und Risiken, Kosten und Nutzen verglichen. Bei CeBIT, Photokina und IAA war das ja schon vor dem Coronavirus der Fall.

Ich glaube, wir werden zukünftig von Vielem Weniger brauchen, denn es wird nicht einfach „wie früher“. Auch wenn wir uns dahin zurücksehnen, die Realität wird hart. Viele Unternehmen werden sich erst mal von den immensen wirtschaftlichen Folgen erholen müssen und können sich kein „Business as usual“ leisten: und damit auch keine Messen, Events oder Incentives. Und im Best Case wird unsere Branche „nur“ schrumpfen. Es ist hart, aber wir brauchen und nutzen - realistisch betrachtet – zukünftig weniger Locations, weniger Catering, weniger VA-Technik, weniger Manpower, weniger Fluglinien, weniger Messebau …

Die digitale Transformation wird dabei nur einen Bruchteil an neuen Jobs schaffen können, was die Bilanz nicht nachhaltig aufbessern wird. Wichtig ist es jetzt sich zu überprüfen, Zukunftsstrategien zu entwerfen und auch ganz neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Haben wir eine andere Wahl?

Zu viel Schwarzseherei? Bräuchten wir jetzt nicht Optimismus? Ja, es wird wieder Events und Messen geben. Wer dafür „systemrelevant“ ist, der hat eine Überlebenschance. Wer sein „Immunsystem“ stärken will, sollte spätestens jetzt seine Flexibilität und Innovationskraft trainieren. Zum Beispiel durch Weiterbildung, aber das ist das nächste Thema.

Autor: Stephan Schäfer-Mehdi
Abbildung: Skulptur „Kassandra“ von Max Klinger

Vok Dams veröffentlicht Whitepaper „Live+ Marketing Automation – Data-driven Events“

Portrait Colja DamsIm Vok Dams Whitepaper „Live+ Marketing Automation – Data-driven Events“ stehen Kunden und Daten im Fokus. Daten, die durch Marketing Automation sowie auf Events erhoben werden und ausgewertet zu auf den einzelnen Kunden zugeschnittenen und automatisierten Inhalten sowie Marketing Formaten unter dem Begriff „Customer Centricity“ führen.

Dazu Colja Dams: „Marketing Automation ist ein wichtiges Thema in Marketing und Sales-Abteilungen geworden. In einer Studie von Dun & Bradstreet geben 83 Prozent der befragten B2B Marketeers an, dass sie zunehmend weiter in die Datenanalyse investieren werden.“ Mit Live+ Marketing Automation knüpfen die Verfasser von Vok Dams an diesen Trend an. Live+ Marketing Automation wird durch alle gängigen Marketing Automationslösungen wie Marketo, Adobe Campaign, Oracle, Salesforce, Avance, Evalanche oder HubSpot unterstützt. Das aktuelle Vok Dams Whitepaper Live+ Marketing Automation kann auf der Homepage der Agentur heruntergeladen werden.

Quelle: www.blachreport.de

Abbildung: Colja Dams (Foto: Vok Dams Gruppe)

Zeit für Veränderung

Depositphotos Autor AntonMatyukhaEs klingt etwas zynisch, angesichts gesundheitlicher und dramatisch wirtschaftlicher Bedrohungen durch die Corona-Pandemie, auf Veränderung hinzuweisen. Die einen müssen akut schauen, wie sie durch die Stornierungen finanziell über die Runden kommen, andere müssen Homeoffice mit Videokonferenzen und paralleler Kinderbetreuung samt Heimbeschulung auch psychisch hinkriegen. Denn selbst wenn Kurzarbeitergeld für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erst einmal Sicherheit und Zeitgewinn bedeuten, die Sorgen sind da. Denn nichts bleibt wie es war.

Auch unsere Branche verändert sich massiv. Wie stark werden Unternehmen, die Events und Messauftritte veranstalten, in Zukunft bereit sein, das Risiko von einer nächsten Pandemie zu tragen? Ich bin nicht so pessimistisch, dass sich unsere Liveformate komplett erledigt haben. Aber die Auftraggeber werden ihre Risiken minimieren. Wenn also in Zukunft wieder Events und Messen stattfinden, wird das sicherlich nicht in dem Maße geschehen wie bisher. Der Aufwand - und damit das wirtschaftliche Risiko - wird reduziert werden. Das heißt: weniger Messeauftritte, reduzierte Quadratmeter und weniger und nicht so aufwändige Veranstaltungen. Dazu kommt, dass einige Unternehmen zwar schmerzhaft den Wegfall ihrer Kundenkontakte - gerade auf den Ordermessen - spüren, es wird gleichzeitig aber auch Veranstalter geben, die andere, vor allem digitale Kanäle suchen und schaffen. Ob diese dann später wieder zurückzugewinnen sind, bezweifle ich.

Es wird nicht einfach, die Chance zu sehen und - spätestens jetzt - die digitale Transformation anzugehen. Als Technikdienstleister kann man noch auf virtuelle Events oder Streamings setzen, aber Messebauer, Caterer oder Locationbetreiber haben ganz andere Businessmodelle.

Es wird nicht leicht, aber wenn wir uns jetzt nicht bewegen, wird sich unsere Gesellschaft von den Folgen des Virus erholen, aber unsere Branche nicht. Vielleicht lohnt es sich jetzt, die gewonnene Zeit und die Kreativität von Mitarbeitern in ganz neue Ideen zu investieren. Hackathons lassen sich auch im Kleinen durchführen.

Autor: Stephan Schäfer-Mehdi

Bildquelle: Depositphotos - AntonMatyukha

Premiere: Virtuelle Jury beim ADC

Digital Online Vote Democracy Politcs Election Government ConceptDer ADC hat sein Festival abgesagt und damit wird es erstmalig auch keine Live-Juryrierung geben. Wie genau der Prozess dann aussehen wird, muss noch geklärt werden. Im besten Fall könnte sich eine Jury dann doch wieder treffen. Aber angesichts des angesagten Social Distancings ist das erstmal kein Thema.

Andere Wettbewerbe haben schon länger Erfahrung mit einer völligen oder teilweisen digitalen Bewertung und werden sich leichter tun. Natürlich ist es möglich, eine Arbeit im „stillen Kämmerlein“ zu bewerten. Wir sind alle erfahren und kompetent genug dafür. Und natürlich kann man dann auch noch einfacher und tiefer recherchieren, was es mit dem zu beurteilenden Projekt auf sich hat, - auch ob es ein Fake ist oder eine Kopie. Live-Jurierung hat aber den Vorteil der Schwarmintelligenz. Nicht nur, dass das oft unterschiedliche Wissen unmittelbar ausgetauscht werden kann, - was sich durch Sharing auch tun ließe, die Diskussion ist einfach eine andere, als über Chat oder Telkos.

Natürlich wird man zu Ergebnissen kommen, ob die nun einfach summarisch über isolierte Einzelvotings kommen oder aber doch über eine gemeinsame, wie auch immer technisch realisierte Kommunikation. Eine Chance wäre es auch für mehr Transparenz, in dem man den Prozess entsprechend dokumentiert und öffentlich zugänglich macht.

Spannend wird es dagegen für alle Veranstalter und Auslober von Wettbewerben, weil über einen noch nicht absehbaren Zeitraum keine Projekte stattfinden. Für reine Event- oder Kommunikation im Raum-Preise wird es da eng, inhaltlich wie finanziell. Für Werbung und Digital ist noch halbwegs „business as usual.“ Aber es wird ja eine Zeit nach Corona geben, auf die wir uns jetzt vorbereiten können und müssen. Hoffentlich bleiben uns die vielen Akteure, die es zur Realisierung unserer Projekte braucht, auch erhalten.

Autor: Stephan Schäfer-Mehdi

Bildquelle: Depositphotos - Rawpixel


Copyright eventcompanies.de 2019
Copyright eventcompanies.de 2019