Es gibt immer Alternativen

Depositphotos anteroviumDas Instrumentarium der Live-Kommunikation ist wie ein Schweizer Offiziersmesser. Egal für welche Aufgabe, es findet sich immer das passende Format. Das ist gerade in Zeiten hilfreich, in denen bestimmte Veranstaltungen auf den Prüfstand kommen, samt Kosten-/Nutzenrechnung.

Aber das sollte man erst mal umkehren: Erst kommt der Nutzen, dann kommen die Kosten. Natürlich hat sich in guten wirtschaftlichen Jahren ein weites Spektrum an möglichen Live-Kommunikationsmaßnahmen entwickelt. Welchen Nutzen sie haben, der über dem individuellen Spaß der Teilnehmer hinausgeht, lässt sich oft nicht mit Zahlen belegen. Das spielte über Jahre, sogar Jahrzehnte kaum eine Rolle. Auch das immer wieder wie ein weißer Wal auftauchende Thema der Erfolgskontrolle ist nie ernsthaft verfolgt worden.

Wir befinden uns gerade in einer Phase der Unsicherheit. Die Businessmodelle einiger Branchen funktionieren nicht mehr, mit der Folge, dass zum Beispiel Finanzdienstleister klassische Incentivereisen und -events ersatzlos streichen. Die Signale sind deutlich, dass politische Makrofaktoren wie „Handelskriege“ zwischen Großmächten, der Brexit oder die großen Transformationsprozesse ein Zögern und Zweifeln bei den Unternehmen befeuern.

Dabei braucht es gerade jetzt Kommunikation, Live-Kommunikation ist deren intensivste und immersivste Form. Deshalb sollten die Events, Ausstellungen und anderen Formate nicht vorschnell ersatzlos gestrichen oder aufs unwesentliche eingedampft werden. Man wird auch sehen, wie die aktuellen Messen, jenseits der IAA- oder CeBIT-Diskussionen, sich entwickeln. Auf der Frankfurter ambiente war es aber schon zu hören, dass Aussteller ihre Auftritte generell überdenken.

Doch der Anlass solcher Überlegungen sollte nicht der Zufall „Höherer Gewalt“ wie das Coronavirus sein, sondern wohl begründet. Showrooms oder Roadshows können die geschwundene oder verhinderte Nähe zu den Kunden oder Zielgruppen wiederherstellen. Motivation für Leistung muss nicht in fernen Destinationen entstehen, sondern beim Co-Working. Und auch die Attraktion und Bindung von Mitarbeitern kann über sinnstiftende Events geschehen. Die Live-Kommunikation bietet ein breites Spektrum an Strategien, Möglichkeiten und Maßnahmen. Vielleicht ist ja die Zeit reif für klare Analysen und eine Neudefinition, des Sinns, der Ziele und Aufgaben, um Erfolge durch Live-Kommunikation zu erzielen.

Autor: Stephan Schäfer-Mehdi
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Messen: Weniger Aussteller, weniger Besucher

Depositphotos JezperDie Transformation der Messen findet statt. Aber kurzfristig sind es ganz andere Faktoren, die zu Ausstellerabsagen und Besucherrückgang führen. Die Natur schlägt zurück.

Der Eröffnungsfreitag der Ambiente 2020 in Frankfurt am Main war von recht leeren Gängen und Ständen gekennzeichnet. Dafür standen wie vor 17 Jahren, als die Pandemie SARS drohte, jede Menge Desinfektionsmittelspender herum. Im Vorfeld hatte auch die Messe Frankfurt die Besucher per Email zu beruhigen versucht. Es wird noch etwas dauern, um die genauen Ursachen zu analysieren. Waren es wirklich der chinesische Virus und die Zustände in China, der Standpersonal und Besucher aus der Volksrepublik dort festhielt? Und war das auch die Ursache, die andererseits andere Messegäste abhielt, den Weg nach Frankfurt am Main auf sich zu nehmen? Die Ambiente ist nun auch noch an zwei weiteren Messetagen zusätzlich durch das Sturmtief „Sabine“ und dessen Auswirkungen auf den Bahn- und Flugverkehr gebeutelt.

In Frankfurt waren fehlende Austeller nicht sichtbar, doch schon im Vorfeld der Integrated System Europe ISE in Amsterdam haben Unternehmen wie Gerriets oder LG ihre Teilnahme abgesagt. „Die möglichen gesundheitlichen Risiken für unsere Kunden und Mitarbeiter_innen sind leider, auch auf ärztliche Nachfrage, sehr schwierig einzuschätzen. Aus diesem Grund haben wir uns dazu entschlossen, nicht auf der ISE in Amsterdam auszustellen.“, so das Unternehmen am 5. Februar. Die Messe zog inzwischen die kommunikative Reißleine und gab bekannt: „Wir bestätigen (…), dass LG und Iiyama die ISE abgesagt haben und wir respektieren ihre Entscheidung. Insgesamt etwa 50 chinesische Unternehmen mussten sich aufgrund von Reisebeschränkungen und Flugannullierungen zurückziehen.“ Dem Veranstalter ist es wichtig klarzustellen, dass es sich nicht um generelle Absagen handelt.

Es ist verfrüht, über ein formatbedingtes Schwächeln der beiden Messen zu sprechen, aber die Analyse braucht es, ob es nun tatsächlich unbeeinflussbare Naturereignisse und Höhere Gewalt waren oder doch eine tiefere Ursache gibt.

Autor: Stephan Schäfer Mehdi

Bildquelle: Depositphotos, Urheberrecht: Jezper

Moderation ist erstmal keine Kunst

Depositphotos antbAber sie ist ein Handwerk, dass man lernen kann. Wir wissen alle ganz schnell, was einen schlechten Moderator oder Moderatorin ausmacht. Schlecht vorbereitet oder divenhaft, unkonzentriert oder anderen die Schau stehlend. Betrachten wir es aber mal positiv.

Judith Rakers hat ihren Vertrag für die Moderation des Semper-Opernballs nach der bereits erfolgten Verleihung des St. Georgs Orden an den ägyptischen Diktator Al-Sisi durch Ballchef Prof. Hans-Joachim Frey gekündigt, weil sie dies hätte mitmoderieren müssen.

Judith Rakers ist ein gutes Beispiel hoher Professionalität. Dazu gehört es auch Haltung zu zeigen. Wer aus diesen oder ähnlichen Gründen mit einem Projekt hadert, sollte das klar äußern und dann auch die Konsequenzen ziehen. Chapeau, Frau Rakers.

Die Tageschschausprecherin ist ein Beispiel einer sehr disziplinierten Moderatorin, die nicht nur Kamera kann, sondern auch Corporate-Themen. Dabei nimmt sie sich so zurück, dass sie präsent bleibt, aber andere Protagonisten auf der Bühne eine gute Figur neben ihr machen können. Für Live-Moderationen profitiert sie von einer professionellen Ausbildung für die Kamera, wozu neben Körpersprache auch das ausgebildete exzellente Sprechen gehört.

Vorbei sind die Zeiten, wo sich CEOs gerne mit der Prominenz eines Thomas Gottschalks schmückten oder MTV- und Viva-Stars- und Sternchen kaum einen geraden Satz herausbringen konnten. Die Branche und die Ansprüche haben sich professionalisiert. Da ist zwar – um es mit Loriot zu sagen - weniger „Lametta“, aber mehr Seriosität.

Bei der Auswahl eines Moderators oder einer Moderatorin kommt es immer auf die Aufgabe an. Erfahrung im Eventformat, am besten auch in der entsprechenden Branche und mit der Zielgruppe, sollten eine zentrale Rolle spielen. Dann prüfe man oder frau das handwerkliche Können. Deutliche Aussprache, spontane verbale Schlagfertigkeit, Körperspannung und Konzentration. Reicht die Präsenz für ein großes Livepublikum und auch über einen ganzen Tag, zum Beispiel bei einer Tagung. Dazu kommen die intellektuellen Fähigkeiten, sich in ein fachfremdes Metier einzuarbeiten, dass man glaubwürdig herüberkommt.

Aber vielleicht sollte ich es - frei nach Kurt Tucholsky - mal mit „Ratschläge für einen schlechten Moderator“ versuchen.

Autor: Stephan Schäfer-Mehdi
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Umfrage: Wie kreativ ist die Eventbranche wirklich?

Kreativitätsumfrage 2019 Studieninstitut• Wie wichtig ist Kreativität in der Eventbranche? Ist sie wirklich ausschlaggebend für den Erfolg? Welche Rolle spielt sie im beruflichen Miteinander, für Mitarbeiter und für Arbeitgeber?

• Ergebnisse der Kreativumfrage des Studieninstituts für Kommunikation und Kreativberater Jürgen Preiß stehen jetzt zur Verfügung.

Kreativität ist ein viel bemühtes Wort in der Eventbranche: Kreativ-Rankings und Kreativ Awards sollen den Ideenreichtum und die Produktivität der Branche widerspiegeln. Aber entsprechende Fachkräfte sind mitunter schwer zu finden. Hat dieser Skill wirklich eine so hohe Bedeutung für den Erfolg? Wer „verantwortet“ Kreativität im Unternehmen? Welche Rolle spielt der Faktor Zeit? Um Antworten auf u.a. diese Fragen zu erhalten, hat das Studieninstitut für Kommunikation in der Branche per Online-Befragung und Interviews nachgehakt. Die Ergebnisse stehen jetzt zur Verfügung und können unter https://www.studieninstitut.de/studien-und-reports downgeloaded werden.

Über 90 Prozent der Teilnehmer halten Kreativität für erfolgsrelevant, über 70 Prozent gehen davon aus, dass die eigenen MitarbeiterInnen „einfach kreativ sind“. Etwas mehr als jeder zweite arbeitet aber zusätzlich mit externen Kreativen. Etwa eben soviele unterstützen ihre MitarbeiterInnen bei der Fortbildung in Kreativitäts-Seminaren. Über 80 Prozent der Befragten wünschen regelmäßige Trainings bzw. Workshops. Dieser Weiterbildungsbedarf wird zu 65 Prozent von der Geschäftsführung verantwortet, nur in 22 Prozent von der Personalabteilung. 30 Prozent fördern die Kreativität der MitarbeiterInnen durch interne Kreativitätstechnik-Trainings. Nur 15 Prozent arbeiten mit externen Trainern zusammen. Insgesamt haben 41 Event-Agenturen, Event-Dienstleister, Werbeagenturen und Unternehmen an der Befragung teilgenommen. Die Größenordnung der teilnehmenden Unternehmen reichte von Agenturen mit einem bis fünf Mitarbeitern bis zu Agenturen und Unternehmen mit über 100 Festangestellten.

Die Ergebnisse verdeutlichen die große Bedeutung von Kreativität für die Kommunikationslandschaft. Die Potenziale von Agenturen und Unternehmen könnten noch besser ausgeschöpft werden, wenn Kreativität als Lernprozess begriffen und in Workshops trainiert würde. Mitinitiator und Kreativberater Jürgen Preiß kann dieses Ergebnis nur bekräftigen: „In der Praxis ist ein rudimentärer „Brainstorming-Ansatz“ sicher am weitesten verbreitet. Häufig hört es dann aber auch schon auf. Dabei ist die Bandbreite der Kreativitätstechniken sehr groß. Interdisziplinäre Teams haben zwar einen positiven Einfluss auf kreative Prozesse, aber zuviel Fachwissen kann auch den Blick versperren. Neue Impulse kommen vielfach aus der Kombination unterschiedlicher Sichtweisen und von außen." (siehe auch unter https://www.studieninstitut.de/creative-playground)

Mehr Informationen an der kostenfreien Beratungshotline unter 0800/77 92 37-0.

Autor und Fotonachweis: Studieninstitut für Kommunikation

Das ITB MICE Forum 2020

Depositphotos On conference Paha LDer thematische Fokus des diesjährigen ITB MICE Forums im Rahmen des ITB Berlin Kongresses liegt auf Interaktion und partizipativen Veranstaltungsformaten. Ausgewiesene Experten der MICE-Branche vermitteln wertvolles Know-how und beleuchten Zukunftsthemen. Als offizieller MICE-Partner der ITB Berlin hat der Verband der Veranstaltungsorganisatoren e.V. (VDVO) das MICE-Segment deutlich ausgebaut. Zum zweitägigen ITB MICE Forum, 4. und 5. März, findet erstmals am Freitag, 6. März, das ITB International MICE Forum statt.

Im Mittelpunkt des ersten Kongresstages stehen Interaktion, partizipative Veranstaltungsformate und Künstliche Intelligenz. Nach der Begrüßung durch Bernd Fritzges, Vorstandsvorsitzender VDVO e. V., spricht Matthias Schultze, Geschäftsführer GCB German Convention Bureau e.V., zum Thema „Erfolgsfaktor Teilnehmer-Experience“ und zeigt auf, wie digitale und analoge Interaktion aussehen kann. Anschließend diskutieren Bernd Fritzges und Doreen Biskup, stellvertretende Vorstandsvorsitzende VDVO e.V., darüber, welchen Nutzen und welche Vorteile partizipative Veranstaltungsformate bringen. Im nachfolgenden Vortrag erklärt Michael Liebmann, Gründer und Geschäftsführer der Event-Automatisierungsplattform doo, wie Künstliche Intelligenz dabei hilft, Teilnehmerinformationen so zu nutzen, dass sie zu einem langfristigen Event-Erfolg beitragen. Unter dem Stichwort Besuchertracking gibt ab 14 Uhr Prof. Dr. Cornelia Zanger, Lehrstuhl Marketing und Handelsbetriebslehre TU Chemnitz, einen wissenschaftlichen Einblick in digitale Technologien, die das Veranstaltungskonzept optimieren.

Hauptthemen am Donnerstag, 5. März sind Event- und Krisenmanagement. Colja Dams, CEO Vok Dams, referiert über die Notwendigkeit agiler Arbeitsweisen im Eventmanagement. Danach erläutert Bernd Wiedemann, Vorstand, visitBerlin Convention Partner, am Beispiel des Krisenmanagement-Programms der visitBerlin Convention Partner, wie unterschiedliche Gewerke in Krisensituationen bestmöglich zusammenarbeiten.

Am Freitag, 6. März, feiert das ITB International MICE Forum Premiere. Das erste Forum dieser Art auf der ITB Berlin wird moderiert von Caleb Parker. Der Founder & Director von Bold London, ist spezialisiert auf Innovation und Technologie im MICE-Markt. In den Sessions beleuchten internationale Player, wie sich der „New Work“-Trend auf die Veranstaltungsbranche auswirkt. Experten geben Tipps zu den Knackpunkten des allgegenwärtigen Influencer-Marketings. Zudem werden mögliche Strategien zur Verlängerung des Lebenszyklus eines Events anhand von Best Practices aufgezeigt. Zum Abschluss des Programms erklärt Kevin Jackson, Director of Ideas and Innovation bei The Experience is the Marketing, wie Event-Profis sorgfältig inszenierte „Micro Moments“ kreieren können, um das Engagement der Teilnehmer zu jeder Zeit zu erhöhen, und stellt Beispiele vor.

Erstmals haben Medienvertreter die Möglichkeit, in der ITB Mice Media Lounge (Halle 7.1a) mit den Experten der MICE-Branche ins Gespräch zu kommen sowie im entsprechenden Rahmen vor Ort Live-Interviews zu führen.

Zentraler Treffpunkt der führenden Branchenvertreter und Aussteller rund um die Themen Meetings, Incentives, Conventions und Events ist der MICE Hub. Vom 4. bis 6. März präsentieren in Halle 7. 1a am Messestand 200 ausgewählte Aussteller ihre Neuigkeiten. Der Messestand des VDVO bietet den Besuchern Interaktionsmöglichkeiten im VDVO-Aircraft.

Zum Abschluss des ITB MICE Forums lädt die ITB Berlin zusammen mit dem VDVO am 5. März zur offiziellen ITB MICE ein.

Info: www.itb-kongress.de

Quelle: BlachReport
Bildquelle: Depositphotos_On conference_@ Paha_L


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