Die Europahauptstadt der 500 Millionen als Destination

Parlamentarium Bruessel StaphanSchäfer MehdiViele Metropolen eignen sich hervorragend für Events und Live-Kommunikation. Es gibt reichlich Infrastruktur, Dienstleister, Kapazitäten und manchmal auch Flair. Ein kurzer Blick nach Brüssel.

Mein Blick auf die Destination Brüssel ist subjektiv. Mein erster - touristischer - Besuch, hinterließ einen katastrophalen Eindruck. Trotz der Highlights wie der Große Markt, schreckten mich die abgashaltigen Straßenschluchten und anonymen Fassadenmonster der Bürogebäude. Beim zweiten Besuch wurde es ambivalenter. Wir schreiben immer noch die 80er Jahre. Der Besuch eines Jazzkellers und die Gemäldesammlung mit den Boschs und Bruegels war der erste Versöhnungsschritt. 15 Jahre später musste ich dann auf Entdeckungstour gehen, Hotels und Locations für eine Tagung zu casten. Zugegeben, die hässlichen Orte waren immer noch da, aber es gab unendlich viel zu entdecken. Das ist heute natürlich längst MICE-Allgemeinwissen, das seit vielen Jahren professionell von den institutionellen Brüsselpropagandisten vermittelt wird.

Parlamentarium Bruessel StephanSchäferMehdi 1In einer Welt, in der egoistische nationale Interessen wieder mehr zählen als solidarische Internationalität, ist die Europahauptstadt vielleicht eine richtungsweisende Destination. Auch wenn das Viertel um Kommission, Parlament und Europarat auf den ersten Blick eher dem Turm zu Babel gleicht (Bruegel der Ältere hat ein gleichnamiges Gemälde erschaffen), ist die gefühlt „kleinste Weltmetropole“ der Ort einer gelebten und virulenten Diversität. Die ist nicht aufgesetzt, sondern gelebt, - bei allen Problemen der Jetztzeit.

Ich will jetzt weder den gut verknüpften Bahn- und Flug-Hub groß erwähnen, auch nicht die unglaublich vielen Hoteletagen und vor allem die vielen Locations auf und unter Erde, denn das ist schnell recherchiert. Brüssel ist übrigens auch historisch eine Stadt der gelebten Live-Kommunikation, vom Parc du Cinquantenaire mit den Ausstellungsgebäuden zum 50. Unabhängigkeitstages des Landes, mit dem stählernen Expo Pavillon der Weltausstellung von 1958 bis zum gut besuchten Parlamentarium.  Die von Atelier Brückner gestaltete, an vielen Stellen interaktive Erlebniswelt, ist einen Besuch Wert, egal ob man die Komplexität des Europäischen Parlamentes verstehen will oder Inspirationen für Exponate und Unteraktionen sucht.

PS: Auch das Royal Museum of Fine Arts of Belgium, in denen jede Menge Bilder der Familie Bruegel hängen, ist eine anmietbare Eventlocation.

Autor: Stephan Schäfer-Mehdi
Abbildungen: Parlamentarium Brüssel - Fotos von Stephan Schäfer-Mehdi


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