PRG, Production Ressource Group, entwickelte mit PRG SPACEFRAME™ so etwas wie die eierlegende Wollmilchsau für LED-Screens. Aber das Prinzip und die Technik sind nicht nur für U2 und ihre „Joshua Tree Tour 2017“ geeignet, sondern auch für Corporate Events interessant.
Zeit ist knapp und bekanntlich Geld. Das gilt nicht nur fürs Tourneegeschäft. Personalintensive Auf- und Abbauten verhindern so manche Idee.PRG SPACEFRAME™ könnte von Inspector Gadget stammen. Erdacht hat sie Frederic Opsomer, General Manager PRG Projects. Der Touringframe aus extrem leichten Carbon ist gleichzeitig das Transport-Case und das Rig. Aus dem Auflieger werden sie gerollt, aneinander gekoppelt und schon steht die Basis. Aus ihm entfalten sich die LED-Elemente, die per Winde in die Höhe gezogen werden. Der Support ist schon integriert. Ein zusätzliches Gestell zum Aufhängen wird nicht benötigt. Für Outdoor-Einsätze ist die Struktur des Systems horizontal so verstärkt, dass es problemlos auch stürmischen Wind bis 72 Stundenkilometer aushält. Die Konstruktion ist 10 Mal stabiler als herkömmliche Konstruktionen, das sonst übliche tonnenschwere Trussing und Rigging entfällt beim PRG SPACEFRAME™.
Es ist so etwas wie „Jack in the Box“, doch was höchst effizient mit 30 Prozent Zeitersparnis bei Auf- und Abbau aus dem Transportframe herauskommt ist modernste LED-Technik. Die Idee desDie Form kann dem Bühnendesign angepasst werden, das heißt leichte Kurven konkav und konvex sind bis zu einem Radius von etwa 6° möglich und geben Scenografen gestalterische Freiheiten. Auch horizontal lässt sich die LED-Fläche einfach an Hängepunkten als bespielte Decke einsetzen.
PRG schaffte es das System innerhalb von 17 Wochen, vom ersten Prototyp bis zum Tourbeginn von U2 zum Einsatz zu bringen. Es gab 40 Auftrittsorte weltweit. Die bespielte Fläche war 61 m breit und 14 Meter hoch und bestand aus 1,040 LED Panels. Die Auflösung war 7.200 mal 1.560 Pixels. PRG SPACEFRAME™ ist zum Patent angemeldet.
Die Technologie reduziert nicht nur Zeit, das Leichtgewicht und Frachtraum-Wunder hilft auch CO2 sparen. Für die U2-Tournee waren statt sieben Trailern nur noch drei auf der Straße.Autor: Stephan Schäfer-Mehdi