Auf nach Wuppertal ?

auf nach wuppertalHistorische Stadthalle © Lars LangemeierB-Promi, das hört sich schon verdächtig nach Let´s Dance, falls nicht sogar Dschungelcamp an. Dabei ist die Kategorie „B“ bei Destinationen eigentlich auch ein Vorteil. Denn es muss nicht immer Berlin, München oder Hamburg sein.

Die wahren Metropolen, nicht die selbsternannten, haben einen klaren Vermarktungsvorteil im MICE-Geschäft. Sie haben eine große „Awareness“ und bieten eine gute bis hervorragende Infrastruktur. Natürlich würde man sich hier und dort noch eine neue Location mit 2.000 m² oder 10.000m² wünschen, es ist kein Wunder, dass es die Eventveranstalter dorthin zieht. Nachteile gibt es aber auch: Ausgebuchte Kapazitäten, Messen mit horrenden Hotelaufschlägen, jederzeit möglicher Verkehrsinfarkt, jede und jeder waren schon mal da, … Dabei liegt Gutes oft auch in der Nähe der Millionenstädte. Das sind die B-Destinationen.

auf nach wuppertal 1Großer Saal © Lars LangemeierNatürlich klingt Hamm nicht so sexy wie Hamburg, aber der nähere Blick in die Metropolregionen lohnt. Wuppertal, die Geburtsstadt von Friedrich Engels, Bayer und der Schwebebahn, versucht diese Blicke schon seit zwei Jahrzehnten anzuziehen. In deren Focus steht natürlich die Historische Stadthalle. Wenn man die bergische Großstadt kennt, dann gerät man bei der Marketing-Beschreibung ins Schmunzeln:  "Die Historische Stadthalle Wuppertal ist ein beeindruckendes Gebäude und befindet sich auf einem grünen Hügel mit Blick auf die Stadt.“ Nun, über Jahre befand sich die Location eher in der Nähe einer noch nicht ganz beendeten Großbaustelle. Und mit dem romantischen Bayreuther Grünen Hügel hat der Hang oberhalb der Wupper auch wenig gemeinsam. Aber die 1900 gebaute Halle, die 1995 grundsaniert wurde und immer wieder den aktuellen Ansprüchen angepasst wird, ist schon ziemlich einmalig. Eine virtuelle Tour ist auch mit VR-Brille möglich.

Klarer Nachteil in diesen Städten ist die Hotelsituation. Die örtlichen Beherbergungsstätten sind in oft die Jahre gekommen. Und wer pendelt schon von Köln oder Düsseldorf nach Wuppertal? Da reicht dann doch die Strahlkraft der Historischen Stadthalle nicht immer, Licht ins Bergische zu bringen. Aber es besteht Hoffnung. Nach dem derzeitigem Planungsstand wird das neue Holiday Inn Express Anfang 2018 eröffnen und schon mal 164 Zimmer bieten. Dazu kommt die Eröffnung des nahen Postboutique Hotel Wuppertal im Herbst. Auch ein neues B&B-Hotel ergänzt das Spektrum. Mit diesen 500 neuen Zimmern wird die bergische Universitätsstadt - für bestimmte Briefings - als Alternative zu Köln oder Düsseldorf interessanter. Auch wenn der Papst und Herr Lottemann immer noch nicht ihre Herrenbutike eröffnet haben, der ICE-Bahnhof ist in absehbarer Zeit renoviert und das Quartier selbst wird aufgewertet. Und die Flughafennähe ist auch ein Argument. Auf nach Wuppertal.

Autor: Stephan Schäfer-Mehdi


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