Live-Kommunikationshauptstadt Davos

DavosFoto: World Economic Forum 2018Es ist wohl einer der exklusivsten Events, den Europa zu bieten hat. Die Destination ist eigentlich unmöglich, der abgelegene Schweizer Kurort Davos teuer und schwer zu erreichen. Doch die 3.000 prominenten Teilnehmer aus Wirtschaft und Politik reisen ohnehin mit dem Businessjet oder Helikopter an. Neben den 400 offiziellen Konferenz-Sessions gibt es unzählige Pop-Up-Showrooms in leer geräumten Ladenlokalen und exklusive temporäre Bauten, alles für Lobbying und Imagepolitur von Unternehmen oder Staaten. Darin finden exklusive inoffizielle Receptions statt. Denn nirgendwo sonst ist die Entscheiderdichte höher als in der Januarwoche vom 23. bis 26. Januar 2018 in den Schweizer Alpen. Mehr Zielgruppe geht nicht.

Davos1Foto: World Economic Forum 2018Nur das gemeine Fußvolk steigt in Landquart in die Schmalspurbahn, wie vor über Hundert Jahren Thomas Mann und seine Romanfigur Hans Castorp. Wenn Klaus Schwab, der Initiator und Präsident des World Economic Forum,  heute ruft kommen 3.000 international führende Ökonomen, Industrielle, Topmanager, Politiker, Intellektuelle und Journalisten zusammen, um über aktuelle globale Fragen zu diskutieren. Die Wichtigsten reisen mit eigenem Jet oder Helikopter an.
 
Das WEF macht Davos zu einem Zauberberg der Live-Kommunikation. In den 400 offiziellen Sessions spricht und diskutiert man über globale Probleme und ihre Lösungsansätze, 2018 lautet das Motto "Für eine gemeinsame Zukunft in einer zersplitterten Welt". Aber es gibt auch unzählige Side-Events, denn nirgendwo ist die Entscheiderdichte so hoch wie in der einen Januarwoche auf den wenigen Quadratkilometern.  Deshalb ergreifen Unternehmen diese Gelegenheit beim Schopf. Doch die Flächen sind rar und teuer. Jede Menge Eventtechnik, Baumaterial und Cateringzubehör müssen ins Prättigau auf 1500 Meter über Meereshöhe verbracht werden. Aber den Aufwand scheut man nicht.

Davos2Foto: World Economic Forum 2018Viele Läden auf der Promenade ziehen für zwei Wochen aus. In diesen Tagen des Jahres verdient man als Location mehr, als mit dem Verkauf von Produkten oder Dienstleistungen. In Pop-Up-Showrooms  betreiben die Konzerne eine Mischung aus inszenierter Imagepolitur und Lobbying. Facebook lässt sich zum Beispiel von Nüssli dieses Jahr einen dreistöckigen Holzpavillon bauen. Aber wenig dringt nach außen. Man bleibt unter sich. Selten gibt es Projekte wie 2016 der „Digital Forest“ von Tata Consultancy Services, ein Projekt von LiveLab, das bei einem Award wie dem FAMAB-Award sichtbar wurde.

Davos3Foto: World Economic Forum 2018Wenige Stunden vor der offiziellen Eröffnung ist noch viel zu tun. Über 4000 Soldaten verwandeln das Tal in eine Festung und sorgen für eine gemeinsame sichere Zeit der Teilnehmer, - und vielleicht kommt auch noch Donald Trump. Dazu hat es extrem viel geschneit, Straßen und Bahnstrecken waren immer wieder wegen der Lawinengefahr gesperrt. Dieses Jahr werden die vielen offiziellen und nichtoffiziellen Eventmanager schon vor dem Start des Weltwirtschaftsforums graue Haare haben.

Autor: Stephan Schäfer-Mehdi


Copyright eventcompanies.de 2019
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