Mehr Frauen-Power

Depositphotos KrakenimagesAuch in unserer Branche gibt es die „sogenannte Gläserne Decke“. Führungspositionen und Inhaberschaften sind meist männlich besetzt. Das hat viele gesellschaftliche Ursachen, denn in den Unternehmen sieht es nicht viel anders aus, - auch nicht durchgängig in der Politik, obwohl es dort Quoten und Paritätszwang gibt.

Der Frauenkampftag ist vorbei und beim Art Directors Club für Deutschland poppte in den sozialen Medien die Diskussion und Kritik auf, dass in vielen Jurys die männlichen Jurymitglieder überwiegen. Einerseits sind 90 Prozent der ADC-Frauen in einer Jury. Aber angesichts von einer Quote von nur 16,7 Prozent bei den Mitgliedschaften ist das kein Ruhmesblatt. Auch dass mit Dörte Spengler-Arens erstmalig eine ADC-Präsidentin dem Kreativen-Club vorsteht, die sich schon seit vielen Jahren für Kolleginnen im Club und auch für mehr in den Club reinsetzt, kann über das strukturelle Problem nicht hinwegtäuschen. Auch in der Live-Kommunikation sieht das nicht anders oder besser aus. Im FAMAB-Vorstand ist gerade eine Frau vertreten. Dabei sieht es in den Agenturen oft anders aus, denn im Projektmanagement - und immer häufiger auch in der Kreation - arbeiten viele Frauen. Die stoßen immer wieder an die sprichwörtliche „gläserne Decke“.

Noch regiert Corona und hält die Branche in Kurzarbeit. Aber es ist absehbar, dass der „war for talents“ wiederkommt. Vielleicht sollten wir die Zeit besser nutzen, um zum Beispiel Kinder und Jobs und damit auch Top-Jobs besser vereinbar zu machen. Aber ich habe nicht das Gefühl, dass wir diese Chance ergreifen. Vielmehr unterstützen gerade die Frauen die Kids mehr beim Homeschooling, trotz Home-Office beider Eltern. Ich freue mich, wenn mich dieses Gefühl trügt und es weitgehend anders ist. Die Chancengerechtigkeit ist kein politisches oder gesellschaftliches Gedöns. Dass so viele Männer in Werbung und Live-Kommunikation erfolgreich sein konnten, gerade auch als Unternehmer, haben sie oft genug ihren Partnerinnen zu verdanken, die ihnen den Rücken freigehalten haben. Einige Ausnahmen bestätigen dieses strukturelle Problem. Von daher wäre mehr Frauenpower und weniger „gläserne Decken“ ein Ziel, das schnell verwirklicht gehört. Denn auf der Agenda stehen auch KIimaschutz und Diversität. Schaut man sich die ADC-Jurorinnen und Juroren an oder die FAMAB-Vorstände, da findet sich ein extrem homogenes Zerrbild einer längst viel bunteren Realität.

Autor: Stephan Schäfer-Mehdi

Bildquelle: Depositphotos / Autor: Krakenimages.com


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