Zeit für Veränderung

Depositphotos Autor AntonMatyukhaEs klingt etwas zynisch, angesichts gesundheitlicher und dramatisch wirtschaftlicher Bedrohungen durch die Corona-Pandemie, auf Veränderung hinzuweisen. Die einen müssen akut schauen, wie sie durch die Stornierungen finanziell über die Runden kommen, andere müssen Homeoffice mit Videokonferenzen und paralleler Kinderbetreuung samt Heimbeschulung auch psychisch hinkriegen. Denn selbst wenn Kurzarbeitergeld für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erst einmal Sicherheit und Zeitgewinn bedeuten, die Sorgen sind da. Denn nichts bleibt wie es war.

Auch unsere Branche verändert sich massiv. Wie stark werden Unternehmen, die Events und Messauftritte veranstalten, in Zukunft bereit sein, das Risiko von einer nächsten Pandemie zu tragen? Ich bin nicht so pessimistisch, dass sich unsere Liveformate komplett erledigt haben. Aber die Auftraggeber werden ihre Risiken minimieren. Wenn also in Zukunft wieder Events und Messen stattfinden, wird das sicherlich nicht in dem Maße geschehen wie bisher. Der Aufwand - und damit das wirtschaftliche Risiko - wird reduziert werden. Das heißt: weniger Messeauftritte, reduzierte Quadratmeter und weniger und nicht so aufwändige Veranstaltungen. Dazu kommt, dass einige Unternehmen zwar schmerzhaft den Wegfall ihrer Kundenkontakte - gerade auf den Ordermessen - spüren, es wird gleichzeitig aber auch Veranstalter geben, die andere, vor allem digitale Kanäle suchen und schaffen. Ob diese dann später wieder zurückzugewinnen sind, bezweifle ich.

Es wird nicht einfach, die Chance zu sehen und - spätestens jetzt - die digitale Transformation anzugehen. Als Technikdienstleister kann man noch auf virtuelle Events oder Streamings setzen, aber Messebauer, Caterer oder Locationbetreiber haben ganz andere Businessmodelle.

Es wird nicht leicht, aber wenn wir uns jetzt nicht bewegen, wird sich unsere Gesellschaft von den Folgen des Virus erholen, aber unsere Branche nicht. Vielleicht lohnt es sich jetzt, die gewonnene Zeit und die Kreativität von Mitarbeitern in ganz neue Ideen zu investieren. Hackathons lassen sich auch im Kleinen durchführen.

Autor: Stephan Schäfer-Mehdi

Bildquelle: Depositphotos - AntonMatyukha


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