Mehr Kommunikation wagen

Das alte Willy Brandt-Zitat von 1969 trifft sehr genau, wenn auch in abgewandelter Form, was uns bewegen sollte. Wir brauchen mehr Kommunikation. Nicht (nur) weil die Welt komplexer wird und sich immer schneller verändert, sondern „mehr Kommunikation“ darf nicht Thema, sondern muss Haltung werden.

Foto Hochleistungsdampflok und trotzdem ausgestorben Copyright 2
Eigentlich befinden wir uns bei der Live-Kommunikation noch im Dampflokzeitalter. Um etwas zu bewegen, bedurfte es bei dieser Mobilitätsform extrem viel an Material: Stahl, Kohle und Wasser. Wenn wir mit unseren Zielgruppen kommunizieren ist es ähnlich. Ob es sich um Bühnenbilder, VA-Technik, Reisen und Transporte, Catering oder Messebau handelt, es steckt ein enormer materieller Aufwand hinter jeder Botschaft. Das ist für die Umwelt und das Klima nicht gerade „freundlich“. Aber diese Aufwände verbrauchen auch erhebliche Anteile eines Budgets. Jetzt reiben sich die Einkäufer der Konzerne die Hände, weil sie das zukünftig einsparen könnten. Doch darum geht es nicht, denn wir brauchen mehr Kommunikation. Deshalb sollte sich der kommunikative Aufwand auch nicht mehr direkt oder indirekt an einem Gesamtbudget messen. Schluss mit Agenturleistung gleich X Prozent des Budgets.

Wenn es um Kommunikation geht, sollte diese unabhängig als ideeller und materieller Wert betrachtet und honoriert werden, nicht als Faktor, der letztlich von Hussen oder Stahlbau definiert wird, - nichts gegen und Hussen und Stahlbau, wenn sie gebraucht werden…

Das widerspricht aber vielen Businessmodellen. Das Internet of Things bietet noch keine relevanten Antworten. Vielleicht muss diese Transformation über die Nachhaltigkeitsdebatte kommen. Dann wird uns aufgehen, dass wir nicht unendliche viele Incentivereisen auf Kreuzfahrtschiffen mehr machen können, selbst wenn alle mit Flüssiggas fahren würden:

Vielleicht gehört auch diese Einsicht zur Transformation, die wir aber brauchen. Denn das Internet of Things und die Digitalisierung ruhen nicht, sie führen ohnehin zu einem großen Wandel, der auch Geschäftszweige samt Arbeitsplätzen in unserer Branche kosten wird. Deshalb sollten wir mehr Kommunikation wagen und neue Businessmodelle entwickeln.

Autor: Stephan Schäfer-Mehdi
Abbildung: Hochleistungsdampflok und trotzdem ausgestorben (Gemeinfrei)


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