Who killed Bambi?

Bambi 2019Die klassische Fernsehgala mit rotem Teppich ist nach Ansicht des Veranstalters Burda „Deutschland wichtigster Medienpreis“. Das sieht die Funke Mediengruppe , die die „Goldene Kamera“ verleiht, sicher anders. Beide Veranstaltungen sind aber eigentlich Marketingevents der Verlage, die freundlicherweise vom öffentlich-rechtlichen Fernsehen kostenlos übertragen werden. Über Jahre waren sie auch Quelle der Inspiration oder Paste&Copy für Corporate Events mit Awardverleihungen. Das ist aber schon lange her und auch gut so.
Am 21. November fand in Baden-Baden die diesjährige Bambi-Verleihung statt. Der neue Ort, die neue Location sollten dem jahrzehntealten Format neues Leben einhauchen. Doch der alte Wein war im Abgang recht angestaubt und der Schlauch war auch recycelt. Die Süddeutsche Zeitung schrieb „Zwischen Gestrigkeit und Peinlichkeit“.

Immerhin gelingt es beiden Verlagen noch Royals, Stars und Sternchen, Prominente und Promis in den Saal und auf die Bühne zu bekommen. Ohne die Reichweiten der Print- und Digitalprodukte von Funke und Burda, wäre das ungleich schwerer. Und wahrscheinlich stimmen auch noch die Quoten, für die beteiligten Sender.

Aber im Netflix- und YouTube-Zeitalter wirken beide Galas aus der Zeit gefallen. Die immer gleiche Dramaturgie mit den immer gleichen Rollen, die Hochglanzbühnenbilder und der völlig austauschbare Rote-Teppich, inklusive der Gäste, die über ihn gehen, gehören ins Deutsche Fernsehmuseum. Denn sie sind kein Vorbild für das, was Live-Kommunikation und Event sein kann, - und vor allem heute sein muss.
Ich könnt es ja einfach als Entertainment hinnehmen, das für die Generationen X, Y und Z ohnehin keine Bedeutung und Wirkung mehr hat und, wie Waldorf und Statler, bei Erdnüsschen und Sekt darüber lästern. Aber viele Menschen glauben immer noch, so sei Event. Zeigen wir, dass das nicht so ist. Schön wäre es, wenn es dem BrandEX-Award bei seiner Verleihungsshow gelänge, mal ganz neue Wege der Dramaturgie und Inszenierung zu gehen. Ich lasse mich überraschen.

Übrigens, „Who killed Bambi“ hieß ein Filmprojekt, das für die dann legendär gewordenen Punkband Sex Pistols 1978 gelauncht wurde. Die wussten, wie Event und Kampagne gehen.

Autor: Stephan Schäfer-Mehdi
Foto: Bambi 2019 Copyright: Clemens Porikys for Hubert Burda Media


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