Bildung, Ausbildung, Weiterbildung

Depositphotos Syda ProductionsDer Kanon der Live-Kommunikation ist weitgehend definiert und über die Jahre hat sich eine stabile und qualitativ gute Aus- und Weiterbildungsstruktur entwickelt. Doch wie sieht es eigentlich mit dem Bildungssystem aus, dass die Potentials für unsere Branche heranbildet?

Die wilden Zeiten sind vorbei. Inzwischen hat sich im gesamten Hochschulbereich viel getan. Halbwegs seriöse und fundierte B.A.s und M.A.s haben die teuren Zertifikate a la „Eventmanager in drei Stunden“ verdrängt. Und die im deutschen dualen Ausbildungssystem geprüften Veranstaltungskaufleute stehen „on the Job“ seit mehr als einem Jahrzehnt ihren Mann, ihre Frau oder was auch immer. Diese eher zufällige „Verstaatlichung“, zumindest was Zulassungskriterien und Curricula angeht, hatte wohl Erfolg. Die Ära der Quereinsteiger, zu denen ich selber gehöre, neigt sich dem Ende zu. Lediglich bei den Kreativen scheint da noch Freiraum zu sein.

Ich will jetzt nicht in das Horn derer blasen, die das Leistungsniveau der Schulabgänger mit Hochschulreife betrauern. Längst hat die Industrie erkannt, dass die zu große Fixierung auf die MINT-Fächer nicht der Heilsweg ist. Denn methodische, soziale, oder kreative Kompetenz sind heute genauso gefordert, wie das Fachwissen. Das lässt sich nicht immer in Schulfächern abbilden.

Es wäre schön, wenn unsere Bildungspolitiker sich hier einmal updaten und das bei den nächsten Bildungsreformen, die nach einem Regierungswechsel in einem Bundesland so sicher wie das Amen in der Kirche kommen, berücksichtigten. Die Unternehmen tun das oft schon. Das ist zum Teil der echten Erfahrung und Einsicht geschuldet, zum Teil sicher auch der normativen Kraft des faktischen demografischen Wandels und des veränderten Wertekanons der Generationen, die in die Fußstapfen der Babyboomer treten. Leider, selbst wenn wir die Werber und Digitalen dazunehmen, werden wir als Lobby für ein adäquates Bildungssystem zu klein sein. Aber vielleicht heißt da: von den Konzernen lernen heißt siegen lernen. Lassen wir also vielleicht die Konzerne eine Revision der MINT-Fixierung durchfechten. Sie haben andere Mittel, Beziehungen und stehen Dank der demographischen Entwicklung ebenfalls unter Zeitdruck. Vielleicht haben meine Kinder ja sogar noch was davon, sollten sie in meine Babyboomer-Fußstapfen treten wollen.

Autor: Stephan Schäfer-Mehdi
Bildquelle: Depositphotos - Syda Productions


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