Vorwärts in die Zukunft

Depositphotos gustavofrazao 1Wir können es drehen und wenden, wie wir wollen, die Alarmzeichen bei Demos auf Rot stellen oder Musterveranstaltungen initiieren und trotzdem: es wird es kein schnelles zurück in die alte Normalität geben. Es sind einfach ganz neue Ideen gefragt.

Von Autokino zu Streaming, von Hybrid-Events zu virtuellen Konferenzen, - das alles ist nicht neu und die Nachfrage letztlich deutlich geringer als die potenziellen Anbieter, die aus dem sprichwörtlichen Boden geschossen sind. Doch eine Tendenz ist sichtbar, bestimmte Events finden wieder statt. Wenn der Besucher allein die Verantwortung für seine Gesundheit hat, selbst ein Risiko abwägt und entscheidet - wie bei Konzerten, Theater oder anderen Public Events - besteht eine Chance zur Rückkehr des Publikums. Die Universität Halle führt dazu mit einem Tim Bendzko Konzert am 22. August 2020 einen Großversuch mit drei Simulationen durch.

Das geplante Konzert „Give live a Chance“ am 4. September in Düsseldorf, ist auch eher ein Großversuch in der dortigen Arena. Es bleibt fraglich, ob die Veranstaltung überhaupt stattfinden wird. Das Land NRW und die Stadt Düsseldorf sind dazu im Dissens. Aber auch hier entscheidet erst einmal jeder der möglichen 20.000 Besucherinnen und Besucher eigenverantwortlich, ob sie oder er sich dem möglichen Risiko aussetzt.

Auch der Caravan Salon 2020 findet in Düsseldorf mit täglich möglichen 20.000 Besucherinnen und Besuchern statt. Auf das 200.000 qm große Messegelände dürfen täglich „nur 20.000“ Besucher und es gibt viele Auflagen.

Anders sieht es nach wie vor bei Corporate Events und BtoB-Messen aus. Kaum ein Unternehmen wird es riskieren, dass sich Mitarbeiter, Kunden, Händler oder Journalisten infizieren. Die Lösung besteht nun aber natürlich nicht darin von der Agentur und Dienstleister zum Konzertveranstalter zu mutieren. Die Frage ist, wie kriegt man die Verantwortung des Einzelnen, aber die Finanzierung durch Unternehmen so zusammen, dass zumindest ein Teil der Live-Kommunikation wieder stattfinden kann? Ich habe auch eine Idee: Die stelle ich im nächsten Beitrag vor, wenn sie sich nicht als Schnapsidee herausstellt.

Autor: Stephan Schäfer-Mehdi

Bildquelle: Depositphotos / gustavofrazao

„Meet the change“ thematisiert Wandel der Kreativwirtschaft

beeftea eventBeeftea startet mit „Meet the change – Impulse für den Wandel der Kultur- und Kreativwirtschaft.” einen weiteren Digital-Event. Dabei geht es um den Wandel in der Kultur- und Kreativwirtschaft, welcher durch die Corona-Krise ausgelöst wurde.

Der hybride Event wird am 27. August live im Berliner Humboldt Carré sowie virtuell stattfinden. Neben dem zentralen Thema Change geben Experten Tipps zu aktuellen Herausforderungen wie beispielsweise smarte Hygienekonzepten.

Vor dem Event wird eine Umfrage unter den Teilnehmern hinsichtlich der Bedürfnisse mit Blick auf behördliche Auflagen, konzeptionelles Umdenken, Verhaltenspsychologie, Planungssicherheit, technologische Angebote, Hygienemaßnahmen und Aufwände für virtuelle Events durchgeführt. Die Ergebnisse werden in der interaktiven Talkrunde am Vormittag ab 9:45 Uhr diskutiert.

„Meet the change“ soll Sichtbarkeit für Leuchtturmprojekte schaffen, Impulse zur Entdeckung und Realisierung von Innovationen kreieren und die Teilnehmer außerdem mit anderen Akteuren der Branche zur Förderung der gemeinsamen Weiterentwickelung vernetzen.

Quelle: www.blachreport.de

„Meet the change“ soll am 27. August stattfinden

Illustration: Beeftea

Raumwelten 2020 findet in hybrider Form statt

raumweltenUnter dem Motto „Raumwelten 20 2 0 2.0 – Please Install New Spatial System Now!“ findet vom 18. bis 20. November 2020 die neunte Ausgabe von Raumwelten – Plattform für Szenografie, Architektur und Medien in hybrider Form statt. 2020 wird sich Raumwelten mit seinen Speakern, Workshops und Lectures vor allem mit der Frage beschäftigen: Wie funktioniert Kommunikation im Raum in einer (post-) pandemischen Zeit? Welche Chancen ergeben sich und welche positiven Veränderungen bringt die Corona-Krise mit sich? Die Organisatoren wollen Wege aufzeigen, mit den neuen Limitierungen im Raum umzugehen.

Szenografen, Architekten, Philosophen, Medienschaffende, Digital Artists, Wirtschaftsvertreter und Politiker diskutieren bei Raumwelten vor Ort und gleichzeitig im digitalen Raum über die Frage, wie Szenografie, Architektur, Stadtplanung und digitale Medien kreativ mit dem dystopischen Jahr 2020 umgehen.

Quelle: www.museumsreport.de

Bildquelle: www.raum-welten.com

Forschungsprojekt „Restart-19“

Restart19Das Forschungsprojekt Restart-19 der Universitätsmedizin Halle (Saale) untersucht evidenzbasiert und mit wissenschaftlichem Studiendesign die Risiken von Großveranstaltungen in Hallen. Ziel ist es, Lösungen zu finden, wie diese wieder stattfinden könnten. Das Projekt wird mit rund 990.000 Euro von den Ländern Sachsen-Anhalt und Sachsen sowie aus Eigenmitteln der Universitätsmedizin finanziert.

Restart-19 besteht aus mehreren Teilprojekten wie der Entwicklung eines mathematischen Modells zur Risikoabschätzung und der Festlegung von Rahmenbedingungen für eine Großveranstaltung. Sichtbarster Teil ist jedoch das große Experiment am 22. August 2020 in der Arena Leipzig. „Wir spielen an diesem Tag drei Simulationen durch. Einmal eine Veranstaltungssituation wie vor der Corona-Pandemie, natürlich alles mit dem größtmöglichen Schutz für die Beteiligten.

Als zweite eine Simulation mit 4.000 Teilnehmenden, bei der die Ströme gezielt gelenkt werden, und als drittes eine Simulation mit 2.000 Teilnehmenden“, erläutert Projektleiter Dr. Stefan Moritz von der Universitätsmedizin Halle (Saale). Für alle drei Szenarien gebe es ein umfassendes Hygienekonzept mit Oberflächendesinfektion und FFP2-Masken, so Moritz. Alle Beteiligten werden zudem auf SARS-CoV-2 getestet. „Alle Teilnehmenden erhalten ein sogenanntes Contact Tracing Device, also ein Gerät, das für jeden registriert ist und Intensität im Sinne von Abstand, Dauer und Häufigkeit eines Kontaktes misst und aufzeichnet. Wir haben dafür im gesamten Areal 30 sogenannte Anker angebracht, die mittels Ultrabreitband-Technologie die Position von allen 4.000 Probanden gleichzeitig messen können“, so Moritz.

Doch nicht nur in der Halle finde das Experiment statt, sondern auch die Anfahrt zur Arena ist Bestandteil. „Gerade bei großen Veranstaltungen kommen die Menschen auch aus dem Umland und bewegen sich im Stadtgebiet mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Deswegen binden wir auch die Anreise über einen Park- und Ride-Parkplatz an der Neuen Messe und am Völkerschlacht-Denkmal und die Fahrt mit einer Straßenbahn zur Arena mit ein und wollen hier die Anzahl der Kontakte nachverfolgen. Der Check In erfolgt auf dem Park- und Ride-Parkplatz und in der Straßenbahn sind ebenfalls Anker installiert“, sagt Moritz.

Hintergrund sei, dass man mit denjenigen, mit denen man in einer Straßenbahn Kontakt hatte nicht zwangsläufig auch im gleichen Teil der Veranstaltungshalle sitze und somit bereits vor dem eigentlichen Veranstaltungsort Ansteckungsrisiken bestehen würden.

Für das Projekt werden noch Probanden gesucht.

Quelle: www.stagereport.de
Foto: Restart-19

Bündnis gegründet: #AlarmstufeRot zur Rettung der Veranstaltungswirtschaft

Famab Logo neuDeutschlands sechstgrößter Wirtschaftszweig steht unmittelbar vor dem Kollaps. Aktionsinternetseite seit gestern 12:05 Uhr online. Bundesweite Demonstrationen beginnen.

Die einflussreichsten, mitgliederstärksten Initiativen und Verbände der deutschen Veranstaltungswirtschaft haben in den letzten Wochen ihre Kräfte gebündelt. Das neue Bündnis #AlarmstufeRot handelt im Interesse von rund 9.000 Unternehmen, über 200.000 Beschäftigten und mehr als 10.000 Auszubildenden. Die Initiative stellt konkrete Forderungen an die Regierung, um den sechstgrößten Wirtschaftszweig Deutschlands mit seinen Millionen von Arbeitsplätzen zu retten.

Das Bündnis
#AlarmstufeRot in der deutschen Veranstaltungswirtschaft – wir sind das Bündnis der einflussreichsten Initiativen der Veranstaltungswirtschaft:

Wir handeln im Interesse von über 9.000 Unternehmen mit mehr als 200.000 Beschäftigten sowie von mehr als 10.000 Auszubildenden. Mit #AlarmstufeRot bündeln wir unsere Kräfte und stellen konkrete Forderungen an die Regierung, um den sechstgrößten Wirtschaftszweig Deutschlands und Millionen von Arbeitsplätzen zu retten. Zusätzlich zu diesen Initiativen haben sich neben dem FAMAB initial auch die zwölf weiteren Verbände der Veranstaltungswirtschaft dem Bündnis als Unterstützer angeschlossen und fördern die Kundgebungen und Forderungen. Dazu zählen auch mehrere IHK-Bezirke, die seit Wochen bei der Bundesregierung ebenfalls die dramatische Lage ihrer Mitgliedsunternehmen vortragen.

Es begann mit rotleuchtenden Gebäuden
Die Macher der Night of Light haben sich mit den einflussreichsten Initiativen und Verbänden des Sektors zusammengeschlossen und bilden gemeinsam das Bündnis #AlarmstufeRot. 8.000 Unternehmen, 40.000 Mitwirkenden, 1.500 Städten bundesweit – sie alle waren beteiligt, als in der Nacht vom 22. auf den 23.06.2020 mehr als 9.000 Gebäude in rotes Licht getaucht wurden. Die Regierung und die Öffentlichkeit wurden auf die dramatische Lage der Veranstaltungswirtschaft aufmerksam gemacht. Trotz intensiver Intervention bei den zuständigen Ministerien auf Bundes- und Länderebene ist seitdem leider wenig passiert. Nun stehen Millionen Jobs auf dem Spiel, tausende Unternehmen befinden sich in akuter Insolvenzgefahr. Die Reaktion der Regierung ist gleich Null.

Aktionsinternetseite online geschaltet
Als zentrale Plattform, um Demonstrationen zu koordinieren und die Rettungsforderungen der Veranstaltungswirtschaft zu veröffentlichen, wurde am 27.07.2020 um 12:05 Uhr die Internetseite www.alarmstuferot.org live geschaltet. Sie bündelt alle Fakten und richtet sich an Vertreter der Politik, an die Öffentlichkeit und an die Menschen der gefährdeten Branchen. Ebenso weist sie die 6 Kernforderungen auf, welche Überbrückungsprogramme, Anpassungen bei Kreditprogrammen, die Flexibilisierung der steuerlichen Hilfen sowie der Kurzarbeiterregelung und die notwendigen Ausnahmen des EU-Beihilferahmen beinhalten.
Gefordert wird schließlich ein direkter politischer Dialog, um Lösungen zu Rettung der Branche kurzfristig und rechtzeitig umzusetzen.

Mittwochskundgebungen warnen vor Kollaps
Die Branche wird fortlaufend auf ihre verzweifelte Situation aufmerksam machen. Unter dem Motto #AlarmstufeRot ruft das Bündnis alle Unternehmer und deren Beschäftigte ab dem 05.08.2020 zu Mittwochskundgebungen auf Landesebene auf. Ein symbolischer Tisch für eine Gesprächsrunde mit Regierungsvertretern wird direkt vor den verantwortlichen Ministerien in Bund und Ländern aufgestellt. Dort übergeben die Beschäftigten der Veranstaltungswirtschaft den politischen Repräsentanten ihre sechs Kernforderungen. Die Kundgebungen werden möglichst in allen Hauptstädten der deutschen Länder stattfinden.

Hintergründe – die dramatische Lage der Veranstaltungswirtschaft
Die Veranstaltungswirtschaft war der erste Wirtschaftszweig, der von der COVID-19-Krise getroffen wurde und er wird auch mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit am längsten und tiefgreifendsten von den Auswirkungen betroffen sein. Faktisch alle Unternehmen aus Messebau, Veranstaltungstechnik, Eventagenturen, Cateringfirmen, Bühnenbauer, Eventlocations, Messegesellschaften, Kongresscenter, Tagungshotels, Konzertveranstalter, Künstler und selbstständige Einzelunternehmer haben durch die Veranstaltungsverbote seit dem 10.03.2020 innerhalb weniger Werktage ihre gesamten Auftragsbestände verloren. Sie gerieten als erste in die Krise – first in – und werden als letzte wieder aus der Krise herauskommen – last out. Die bisher verabschiedeten Überbrückungshilfen und Kreditprogramme helfen nicht im Ansatz, um die betroffenen Unternehmen, Selbstständigen und Mitarbeiter zu retten. Die Unternehmen sind von solch massiven Einschränkungen konfrontiert, dass sie geeignet ausreichend entschädigt werden müssen. Veranstaltungsverbote werden noch solange gültig sein, dass etliche Existenzen vernichtet werden. Alle bisherigen Überbrückungsprogramme hierzulande sind unzureichend.

Bis zu 100 Prozent Umsatzeinbruch
Wegen des vorläufigen Verbots von Großveranstaltungen bis November 2020 und eines anschließend erforderlichen Planungsvorlaufs für neue Veranstaltungen kommt es zu einem 80- bis 100-prozentigen Umsatzausfall über einen Zeitraum von mindestens neun Monaten. Daraus resultiert eine akute Insolvenzgefahr für die gesamte Branche. Die wirtschaftliche Lage der deutschen Veranstaltungswirtschaft ist mittlerweile als hoch dramatisch zu bezeichnen. Dem sechstgrößten Wirtschaftszweig Deutschlands mit 130 Mrd. Euro Umsatz und einer Mio. Beschäftigten ist seit Beginn der COVID-19-Krise jede Arbeitsgrundlage entzogen worden. Rechnet man die wesentlichen Teil- und Zuliefermärkte der Kultur- und Kreativwirtschaft sowie den Peripherieumsatz hinzu, den die Veranstaltungswirtschaft z.B. durch Umsätze in Hotellerie, Nah- und Fernverkehr, Gastronomie oder Einzelhandel insgesamt auslöst, sind in Deutschland die Jobs von knapp drei Mio. Beschäftigten in über 300.000 Betrieben in Gefahr, die mehr als 264,1 Mrd. Euro Umsatz im Jahr erwirtschaften.1

Weitere Infos: www.alarmstuferot.org

1 Quelle: Metastudie „Die gesamtwirtschaftliche Bedeutung der Veranstaltungswirtschaft in Deutschland“ des R.I.F.E.L. e.V. Berlin

Autor und Logo: FAMAB e.V.


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