Der neue Raum

Leerer RaumEs gibt eine Vielzahl an Büchern zu Eventmarketing und Eventmanagement, wenig zur Konzeption, Inszenierung und Dramaturgie. Und es gibt noch gar nichts zu den aktuellen Herausforderungen digitaler oder virtueller Live-Kommunikation. Für mich war immer Peter Brooks Buch „Der leere Raum“ aus dem Jahr 1968 wegweisend, weil der Theatermacher lehrt, wie man mit dem Notwendigsten inszeniert und nicht aus dem Vollen schöpft, nur weil es da ist. Konventionen sind für ihn tödlich. Jedes szenische Mittel muss einen Sinn machen. Und da reicht ihm ein Teppich den man ausrollt und eine Handvoll Schauspieler.
In der Live-Kommunikation gibt es – fast – keine Experimente. Kein Auftraggeber will etwas riskieren, - dazu sind gerade unsere Wirtschaft und deren Kultur auch nicht ausgerichtet. So bestimmen ohnehin schon Konvention und Rituale die Maßnahmen. Nur im Kleinen sind feinste Stellschrauben mit minimalem Spiel möglich.

Die Branche ist gespalten. Die in der Umsetzung beheimateten Player wünschen sich schnellstmöglich ein „back to live“, so wie es einmal vor den Iden des Corona-März war. Die eher Kreativen sehen kein „back to normal“, aber darin eine große Chance. Ob es um die Klimadebatte geht, weniger Projektreisen und mehr virtuelle Arbeitsmeetings, vor allem aber um rein digitale Konzepte für Live-Kommunikation. Dafür fehlt allerdings der theoretische Überbau. Deshalb wäre es jetzt wichtig für die Agenturen, dass die Kunden experimentierfreudig werden und ihre Kreativpartner auch finanziell in die Lage versetzen, vom leeren digitalen Raum auszugehen und neue virtuelle Inszenierungsformen für Markenkommunikation zu entwickeln. Ein „copy&paste“ aus der Klamottenkiste der realen Events ist sicher nicht der richtige Weg.

Die nächsten Awards werden vielleicht zu Tage bringen, was gerade entsteht und ob es taugt, daraus Theorien und neue Paradigmen der Live-Kommunikation zu entwickeln. Ich bin gespannt. Und so lange lese ich das Buch von Peter Brook.

Autor: Stephan Schäfer-Mehdi

Abbildung: Copyright: Alexander-Verlag

Neues Online-Training: Hygienebeauftragte/r für Locations, Messen, Events und Hotels

HygienebeauftragterTeilnehmer erhalten Zertifikat „Hygienebeauftragte/r für die Veranstaltungswirtschaft“

• Fünfteilige Online-Trainingsreihe ab Mitte August: Hygieneanforderungen und Infektionsprävention für Locations, Messen, Events und Hotels

Der richtige Umgang mit der Hygiene – seit Monaten dreht sich das öffentliche Leben um kaum etwas anderes. Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht hier sicherlich auch die Veranstaltungswirtschaft mit all ihren Events, Messen, Hotelbuchungen und Locations und deren Kunden, Partnern und Besuchern. Das Studieninstitut für Kommunikation hat diese Entwicklung genau beobachtet und gemeinsam mit Experten ein auf die Bedürfnisse der Branche abgestimmtes Online-Training entworfen.
Die fünfteilige Webinar-Reihe kombiniert theoretisches Fachwissen mit Fallbeispielen aus der Praxis. Im Fokus des Wissenstransfers stehen hier die Kenntnis, die Prävention und nützliche Anwendungsbeispiele für die richtige Umsetzung der jeweiligen über die Hygieneanforderungen und -bestimmungen.
Neben einem Überblick des Entwicklungsstandes und der gesetzlichen Grundlagen in der veranstaltungsrelevanten Infektionshygiene, wird in einem Praxisbaustein auch auf die kommunikativen Herausforderungen von Hygienebeauftragten eingegangen. Um Mitarbeiter, Kunden und Besucher nachhaltig von Hygienemaßnahmen zu überzeugen, ist neben dem entsprechenden Fachwissen ein souveräner und verantwortungsvoller Auftritt von Bedeutung.
Hier die Inhalte:

Kommunikatives Vorgehen des Hygienebeauftragten (17.08.2020)

Grundlagen der Hygiene/ Gesetzliche Grundlagen der Hygiene bei Veranstaltungen (24.08.2020)

Hygiene-Risikobewertung, Hygienemanagement und Hygieneplan bei Veranstaltungen (25.08.2020)

Maßnahmen und Vorgehen bei einer Pandemie (27.08.2020)

Case Hygienevorkehrungen (31.08.2020)

Für Fragen steht das Beratungsteam zur Verfügung unter Studieninstitut-Hotline 0800/77 92 37-0 (bundesweit kostenfrei), gerne auch mit Wunschtermin, oder per Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Autor und Fotonachweis: Studieninstitut für Kommunikation GmbH

„Night of Light 2020“

nightoflight logoGrößte Aktion dieser Art: Veranstaltungsbranche setzt strahlendes Zeichen

Deutschland ist in rotem Licht erstrahlt. Fast 9000 Gebäude in bundesweit mehr als 1500 Städten sind in der Nacht vom 22.06.2020 auf den 23.06.2020 mit rotem Licht illuminiert worden. Mit der Aktion „Night of Light 2020“ machen die mehr als 8000 Teilnehmer auf die dramatische Lage der Veranstaltungswirtschaft aufmerksam. Durch die behördlichen Auflagen im Zuge der Corona-Krise droht einem der größten Sektoren der deutschen Wirtschaft eine Pleitewelle enormen Ausmaßes. Mit der „Night of Light 2020“ rufen Marktteilnehmer aus allen Bereichen der Veranstaltungswirtschaft zu einem Dialog mit der Politik auf, um Lösungen und Wege aus der Krise zu entwickeln.

„Die überwältigende Zahl von Unterstützern und Teilnehmern aus allen Disziplinen der Veranstaltungswirtschaft zeigt deutlich, dass wir ein riesengroßes Problem haben“, sagte Tom Koperek, Initiator der Aktion „Night of Light 2020“ und Vorstand der LK-AG Essen. Die nächsten 100 Tage werde die Veranstaltungsbranche nicht überstehen, wenn es keine alternativen Lösungsansätze gebe. „Wir hoffen, dass die Politik jetzt wach geworden ist und sich dazu bereit zeigt, mit uns in einen lösungsorientierten Dialog einzutreten.“

Mit der größten Aktion dieser Art jemals haben sich Unternehmen der Veranstaltungswirtschaft zusammengeschlossen und ein strahlendes Zeichen für eine vom Aussterben bedrohte Branche gesetzt: Eventlocations, Spielstätten, Veranstaltungszentren und andere Bauwerke sind im Rahmen der „Night of Light“ zu rot leuchtenden Mahnmalen geworden. Durch das Medium des Lichts sollte der Wirtschaftszweig der Veranstaltungsbranche in seiner Gänze sichtbar gemacht werden – einer Branche, die über 150 Gewerke und Disziplinen umschließt und daher über keine einheitliche Lobby verfügt, obwohl sie in ihrer Gesamtheit hinsichtlich Beschäftigtenzahlen und Umsatz unter den Top 3 Branchen in Deutschland rangiert. Allein Konzerte, Volksfeste, Firmenfeiern und Messen ziehen in normalen Jahren in Deutschland knapp 500 Mio. Besucher an. Da diese gar nicht oder nur unter erheblichen Auflagen stattfinden können, ist der Veranstaltungsbranche die Arbeitsgrundlage entzogen worden: Gravierende Folgen für den Arbeitsmarkt und die kulturelle Vielfalt drohen.

Die derzeitigen Hilfeleistungen in Form von Kreditprogrammen stellen kein probates Mittel dar, um die Veranstaltungswirtschaft zu retten, da die Kredite nicht wertschöpfend investiert werden können. Sie müssen aufgewendet werden, um die Betriebskosten zu decken, während es weiterhin keine Einnahmen gibt. Am Ende steht daher die erneute Zahlungsunfähigkeit in Verbindung mit einer Überschuldung der betroffenen Unternehmen. „Das ist nur eine Verlängerung des Siechtums“, sagte Koperek in einer Pressekonferenz am Montag. „Man hängt die Veranstaltungswirtschaft an ein Beatmungsgerät, und irgendwann wird die Sauerstoffflasche leer sein.“ Er fügte hinzu, dass sich die Aktion ausdrücklich nicht gegen die im Zuge der Corona-Krise beschlossen Hygienemaßnahmen wende. „Das Virus ist da. Es ist gefährlich und für uns nicht beherrschbar“, sagte Koperek. Ziel der Aktion sei der Dialog der Veranstaltungsbranche mit der Politik, um echte Hilfemaßnahmen zu entwickeln. „Wie können wir erreichen, dass die Mehrheit der Unternehmen in der Veranstaltungswirtschaft die Corona-Krise übersteht?“

Autor: LK Aktiengesellschaft

BACK TO LIVE - Video zur Musterveranstaltung

back to life 356x200Am 9.Juni lud der Branchenverband FAMAB gemeinsam mit Vertreterinnen der Veranstaltungswirtschaft in die Eventlocation Fredenhagen in Offenbach ein.
 
Der Moderator Aljoscha Höhn zeigt in seinem Video die wichtigsten Maßnahmen von "BACK TO LIVE" zur Durchführung von Veranstaltungen.
 
Das Setup kann auch noch mehrere Wochen nach der Veranstaltung bei einer individuellen Führung durch Fredenhagen mit Geschäftsführer Lukas Kranz erlebt werden. Zur persönlichen Terminvereinbarung steht Ihnen Herr Kranz unter  Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! gerne zur Verfügung.
 
Autor: eventcompanies.de, Quelle Textauszüge
Video: Aljoscha Höhn
 


Neue Meta-Studie zur gesamtwirtschaftlichen Bedeutung der Veranstaltungsbranche

Famab Logo neuResearch Institute for Exhibition and Live-Communication (RIFEL) veröffentlicht neue Meta-Studie zur gesamtwirtschaftlichen Bedeutung der Veranstaltungsbranche.

Die Interessengemeinschaft Veranstaltungswirtschaft (IGVW) hat gemeinsam mit dem FAMAB Kommunikationsverband e.V. und allen relevanten Verbänden der Veranstaltungsbranche eine umfangreiche Meta-Studie zur gesamtwirtschaftlichen Bedeutung der Veranstaltungsbranche erarbeitet. Die Studie wurde von einem Team aus ExpertInnen aus Wissenschaft und Verbänden erstellt. Zur Erstellung der Studie wurden mehr als 20 nationale und internationale Studien und Fachartikel analysiert und die Ergebnisse komprimiert dargestellt.

Die Studie liefert wichtige Erkenntnisse zur Bedeutung der Veranstaltungsbranche:

• Die Veranstaltungsbranche generiert 130 Mrd. Euro Kern- und Peripherieumsatz.
Damit ist sie der sechstgrößte Wirtschaftszweig Deutschlands.

• In der Veranstaltungsbranche arbeiten nahezu 1 Mio. Menschen.
Das macht sie zu einem der größten Arbeitgeber Deutschlands.

• Veranstaltungen in Deutschland haben jährlich 424 Mio. Besucher aus dem In- und Ausland. Das macht die Veranstaltungsbranche zum größten Treiber für Gastronomie, Hotellerie und Reisedienstleistungen. Ohne funktionierende Veranstaltungswirtschaft ist in diesen Branchen mit erheblichen Umsatzausfällen zu rechnen.

• Veranstaltungen und Live-Kommunikation sind ein herausragend wichtiger Bestandteil der Unternehmenskommunikation. Sie sind gerade für den Mittelstand einer der wichtigsten Absatzkanäle und in Zeiten der Krise Katalysator für den gesamtwirtschaftlichen Aufschwung.
Das weitverzweigte Ökosystem „Veranstaltungen“ sorgt durch seine hohe Umfeldrentabilität auf kommunaler, regionaler und nationaler Ebene für positive Effekte und erhebliche Steuereinnahmen für Bund und Länder. Allein die Umsatzsteuereinnahmen betragen jährlich circa 20 Mrd. Euro.

• Die sich bereits klar abzeichnende Insolvenzwelle in der Veranstaltungsbranche wird erheblich negative Effekte auf die gesamte Wirtschaft Deutschlands haben.

Jörn Huber (Vorstandsvorsitzender FAMAB e.V.):

„Ich danke den AutorInnen dieser Studie. Eine solch fundierte Betrachtung zur gesamtwirtschaftlichen Bedeutung der Veranstaltungsbranche war längst überfällig. Die Ergebnisse beeindrucken selbst langjährige Experten. Besonders die großen Wechselwirkungen und Abhängigkeiten von Gastronomie, Hotellerie und Reisedienstleistungen, machen eine deutlich umfangreichere Stützung der Veranstaltungsbranche unumgänglich. Umso ärgerlicher ist vor diesem Hintergrund die nach wie vor beharrliche Weigerung der politischen Entscheidungsträger, sich einem Dialog mit uns zu stellen. Es ist mir völlig unverständlich, wie man als Regierende dieses Landes sehenden Auges 1 Mio. Arbeitsplätze einer gesunden, wachsenden, zukunftsweisenden und weltweit führenden Branche opfern kann.
Und während unserer Branche – trotz aufwändiger Corona-Regeln – in den Abgrund getrieben wird, finden auf der anderen Seite spontane und vollkommen unregulierte Demos mit 15.000 Menschen statt. Das ist eine schallende Ohrfeige für jeden der 1 Mio. Menschen, die in unserer Branche ihren Lebensunterhalt verdienen. Dabei wäre die Rettung der Veranstaltungswirtschaft sehr einfach möglich:
Um die Branche zu retten, wird 1. Mrd. Euro bis Ende des Jahres benötigt. Zugleich werden damit 20 Mrd. Euro Umsatzsteuer pro Jahr gerettet. Allein die Kernbranchenunternehmen machen einen Jahresumsatz von 8,25 Mrd. Euro. Die Betriebe benötigen monatlich 2 Prozent ihres Jahresumsatzes als Entschädigung, also 160 Mio. Euro pro Monat Überbrückungsmittel für die nächsten 6 Monate. Die bisher von der Regierung angedachten 50.000 Euro pro Monat für nur 3 Monate reichen nur, um ein Zehntel der Unternehmen zu retten. 60 Prozent aller Betriebe jedoch drohen, in diesem Sommer unterzugehen. Wenn diese Unternehmen, Veranstalter, Agenturen und Ausstatter ohne eigenes Verschulden wegen des Lock Down sterben, werden Buchmessen, Leitmessen, Festivals, Festspiele, Klimakonferenzen, Wirtschaftsgipfel und viele weitere Veranstaltungen unwiederbringlich verloren sein.

Wir fordern die Regierenden dieses Landes nochmals und mit allem gebotenen Nachdruck dazu auf, endlich zuzuhören, und in einen Dialog mit einer der Kernbranchen dieses Landes einzutreten. Und vor allem endlich zu handeln, bevor es komplett zu spät ist!“

Autor und Logo: FAMAB e.V.


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