Gamification als 3D-Werkzeug

RMCCRaumdarstellung Halle RMCC - Bild: N.O.MEIch saß gerade zwei Tage in der ADC-Event-Jury beim Festival des Art Directors Club in Hamburg. Eines der Buzzwörter vieler Einreichungen war „Gamification“. Allerdings erschloss sich der Mehrwert des Erlebnisses nicht immer. In einem ganz anderen Einsatzgebiet machen die Tools der Spieleentwickler, die bei der Programmierung von Konsolen- und Computerspielen eingesetzt werden, viel Sinn.

In Wiesbaden wurde gerade das RMCC - RheinMain CongressCenter eröffnet. Deutlich vorher konnte man schon einen virtuellen Rundgang machen. Diese Animationen sind Alltag von Architekten und Designern, auch in der Live-Kommunikation. Die Wiesbadener Medienschmiede N.O.ME nutzt ein anderes Tool, nämlich eine Game Engine. Der Vorteil, das Gebäude oder Set-up ist auch in Realtime und „spontan“ begehbar. Seit über einem Jahr war die virtuelle Variante auch öffentlich. Für die Location ein Mehrwert, um die noch nicht existenten Räume verkaufen zu können.

Die Darstellung von Räumen mit Game Engines reduziert den Entwicklungsaufwand, da die Programme aus der Spieleentwicklung einen so hohen „Vorfertigungsgrad“ haben, dass Geometrien, Lichtquellen, physische Elemente und die Steuerung durch einen dreidimensionalen Raum in Echtzeit bereits enthalten sind. Durch die Interaktion mit Controller oder Tastatur ist das ein neues Arbeiten, sowohl für die Kreativen, aber auch für die Kunden. Man kann sich in Echtzeit durch das eigene, noch nicht gebaute Set-up bewegen und einen Event oder eine Ausstellung interaktiv planen.

Für mich liegt der Vorteil dieser Art der Simulation darin, dass man sich zur Überprüfung von Sichtachsen und Besuchererlebnis genauso einfach wie in einem Videospiel durch virtuelle Welten bewegen kann, ohne lange Renderingzeiten. Das funktioniert mit 3D-Brille oder am Screen. Lichtstimmungen lassen sich realistisch programmieren und Medien sehr wirklichkeitsnah einspielen oder kinetische Effekte darstellbar machen. Und damit habe auch ich gute Erfahrung gemacht, ob als Berater bei großformatigen Kuppelprojektionen, bei einer Choreographie kinetischer Medienflächen oder bei anderen außergewöhnlichen Projekten.

Selbst als Präsentationstool zum Beispiel für eine Customer Journey ließe es sich perfekt und spontan einsetzen, aber den Mut hat noch kein Kunde gehabt. Aber was noch nicht ist, kann ja noch kommen.

Autor: Stephan Schäfer-Mehdi

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