Der erste Tag

Husse 2.0 von Dena Textile ProductionsHusse 2.0 von Dena Textile Productions. Foto: Stephan Schäfer-MehdiNatürlich ist wieder alles größer, erfolgreicher und schöner auf der Best of Events 2018 in Dortmund. Dabei ist die Location ein wenig auch ein Sinnbild für die BOE. Sie ist immer noch eine Baustelle. Dieser Zustand des Unfertigseins mag seit BER und Elbphilharmonie negativ belegt sein, hat aber auch durchaus Positives.

Die Messe Westfallenhalle baut. Das Modernisierungsprojekt „Welcome2018“ hatte schon bei der letzte BOE 2017 begonnen. Temporäre Ersatzeingänge für den Messe- und Veranstaltungsbetrieb und ein großer temporärer Eingangsbereich ist für die Besucher errichtet worden. Das sieht zwar nicht schön aus, aber störte auch nicht, und der Einlass um 10 Uhr fluppte.

Die BOE nennt sich selbst zu Recht „Leitmesse“. Jedenfalls sind die Konkurrenzversuche schnell auf der Strecke geblieben. Natürlich schmunzelt man, wenn man diesen Anspruch mit der Realität der einen oder anderen Aussteller abgleicht. Dazu gehört es, dass man vom Aggregat bis zum Toilettenwagen alles findet, was beim Event zum Einsatz kommen kann. Auch die bunten Stelzenläufer oder schrägen Showacts gehören zur Familie. Irgendwer bucht sie ja. Dann gibt es auch Überraschungen, zum Beispiel die Husse 2.0 von Dena Textile Productions, die klassische Hussen bedrucken.

Das Messegeschäft läuft und ändert sich eigentlich nicht. Einige Aussteller halten der Messe seit ihren frühen Tagen in Wiesbaden die Stange, was man nicht nur der Freude am Ausstellen wegen macht. Letztlich geht es ums Geschäft.

Nox meets DunduNox meets Dundu. Foto: Stephan Schäfer-MehdiDass die Digitalisierung die Eventbranche erreicht hat, sieht man auch an den Ausstellern. Dabei meine ich weniger die Anbieter von Virtual-Reality-Lösungen oder Social-Media-Gimmicks. Anwendungen wie „Augmented Climbing“.de, die Freeclimbing mit Projektion verbindet oder Mixed- und Augmented-Reality Display auf Peppers Ghost-Basis werden Tools bleiben. Auch die vielen Simulatoren auf VR-Basis mögen ein lautes Jauchzen, das man sonst von der Kirmes kennt, hervorrufen und machen sicher Spaß. Mit wirklicher Livekommunikation haben sie wenig zu tun.Fast schon unüberschaubar sind die Anbieter von Event-Apps und Software-Lösungen. Diese sehr pragmatische künstliche Intelligenz tangiert das Geschäftsmodell vieler Eventagenturen, denn Guestmanagement und Teilnehmerkommunikation sind auf einmal keine Services mehr, an denen man noch verdienen kann, wenn es die Lösung für kleines Geld im Appstore gibt. Am Übergang von Halle 7 zu 8 war der Clash der Transformation wohl unfreiwillig, aber umso symbolkräftiger zu sehen, als die personalintensiven Dundus auf den digital-mechanischen Entertainer NOX trafen.

Doch bleiben wir bei der Metapher der Baustelle. Denn neben dem Geschäft geht es auch um Kommunikation. So viel Content war schon länger nicht mehr, sowohl im zeitlichen und räumlichen Umfeld der Messe, als auch in den Foren. Das ist gut, aber da ist noch viel Luft nach oben. Wenn der FAMAB Kommunikationsverband e.V., der seit 2017 die fachliche Trägerschaft der BOE übernommen hat, zu alten Stärken zurückfindet und in 2019 mit Brand Ex das neue Festival der Live-Kommunikation Premiere feiert, könnte das die Chance sein. Im Augenblick findet eine wirklich relevante inhaltliche Auseinandersetzung um die Live-Kommunikation jedenfalls nicht auf den üblichen nationalen Branchenveranstaltungen statt, auch nicht auf der BOE. Aber an dieser inhaltlichen Dauerbaustelle kann ja gearbeitet werden.

Autor: Stephan Schäfer-Mehdi

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