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Achtsamkeit statt Einsamkeit

Depositphotos 43104959 s 2019 2Quelle: Depositphotos - @ thinglass„Director Global Mindfulness Practice" - Direktor globale Achtsamkeitspraxis lautet der Titel von Peter Borstelmann des IT-Unternehmens SAP.  Im Silicon Valley sind Meditationen für Mitarbeiter längst Führungspraxis, - sei es, dass auf die Mitarbeiter geachtet wird oder auf sich selbst. Kommt nach der „Agilität“ nun der Slow-down auch in der Live-Kommunikation an?

Vielleicht ist die Achtsamkeit als Thema auf Events angekommen, jedenfalls noch nicht in der Praxis von Agenturen, Dienstleistern oder Unternehmen. Die Arbeitsbedingungen und die Arbeitsweisen, die erstere bestimmen, sind jedenfalls alles andere als achtsam. Die volle Aufmerksamkeit und Konzentration wird auf das Projekt gelenkt. Für Meditation und Empathie gibt es keinen Raum.

Achtsamkeit gibt es höchstens für sachliche Ressourcen: das Budget und das eingesetzte Material. Vielleicht wird noch auf das Wohlergehen der Gäste geachtet. Die eigene physische Leistungsfähigkeit (Nachtschichten) und psychische Dauerbelastung (Verantwortungsdruck) wird dem Erfolg untergeordnet. Entweder man kann sich in diesem Umfeld selbst verwirklichen, um das unbeschadet zu überstehen. Oder aber man zahlt irgendwann einen hohen Preis.

Früher lockte wenigstens, um es mit Loriot zu sagen, das Lametta. Doch Glamour gibt es kaum noch. Immer weniger junge Menschen sind dazu bereit, unter diesen Bedingungen dauerhaft zu arbeiten. Das betrifft auch die Werber oder Journalisten. Ist also der „Director Mindfulness Practice“ die Lösung?

Als Übergang sicherlich. Es macht Sinn seine Mitarbeiter für die extremen Belastungen vorzubereiten und für Ausgleich zu sorgen. Vom Buddhismus lernen heißt siegen lernen. Doch die Meditation für alle auf dem halbfertigen Messestand wird wohl nicht die Lösung sein. Und wenn man 24 Stunden Verzug hat, hilft Empathie auch nur kurzfristig.

Wenn wir über Nachhaltigkeit sprechen, müssen wir auch die Arbeitsbedingungen aller Projektbeteiligten in unsere Überlegungen einbeziehen. Denn die Frage ist, wie lange dieses Kartenhaus des Status Quo noch steht. Es ist wie mit den physischen Ressourcen unseres Planeten, mit denen wir ebenso verschwenderisch umgehen wie mit den psychischen. Freiwilige und unfreiwillige Aussteiger bemittleiden wir, weil sie sich vermeintlich für den Live-Kommunikationsgarten als nicht hart genug erwiesen haben. Um also nicht als vereinsamter Kämpfer oder Kämpferin zu enden, sollte man sich kurzfristig mehr „Omm“ gönnen (oder einfordern).

Autor: Stephan Schäfer-Mehdi

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