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Auf der Suche nach der gestalteten Zeit

Quelle Depositphotos Vektor studiom1Quelle Depositphotos Vektor studiom1Jeder Event hat seine Zeit. Manchmal bestimmen die Themen und die geplanten Programmpunkte die Dauer einer Veranstaltung, manchmal auch die pure Konvention.  Wie legt man eigentlich die richtige Zeit fest?  

Ein Event hat immer mindestens zwei Zeitebenen: Da ist die objektive messbare Zeit als reale Veranstaltungsdauer. Und da ist die gefühlte, subjektive Zeit. Gegen die Uhr ist man machtlos, aber mit dem Zeitempfinden des Publikums lässt sich arbeiten und spielen. Wenn die Teilnehmer das Zeitgefühl verlieren und der Abend, der oder die Tage vergingen sprichwörtlich wie im Fluge, dann ist das ein positives Zeichen für eine gelungene Dramaturgie.
Leider verwenden wir oft sehr viel Zeit, Ressourcen und Energie auf die Definition der szenischen Mittel wie Licht, Sound oder Medien, aber wenig auf die gestaltete Zeit. Im Theater, die uns nahestehendste Kunst, ist das anders. Mindestens seit Aristoteles beschäftigt man sich in der Dramaturgie auch mit dem Zeitfluss und dem richtigen Umgang damit.

Alles braucht seine Zeit. Bei vielen Corporate Events steht nicht mehr das Entertainment im Vordergrund, sondern Themen und Inhalte. Diese richtig zu vermitteln, das dauert. Das Ziel sollte es aber nicht nur sein, die Themen und  Botschaften an sich unterhaltsam zu verpacken, sondern in den Konzepten und bei der Planung der Events diese kritisch auf Dauer, Reihenfolge und geeignete szenische Mittel zu hinterfragen. Natürlich lässt sich der klassische Spannungsbogen eines Dramas nicht auf die meisten Corporate Events einfach übertragen, denn die Exposition, steigende Handlung, Höhepunkt, retadierender Moment und schließlich die Auflösung im Finale funktionieren bei Fluch der Karibik wie Romeo und Julia, aber nicht bei der Vertriebsauftakttagung.

Die Exposition zur Einführung kann es schon im Vorfeld oder durch eine Keynote zu Beginn geben, aber würde man die Spannungskurve strikt über einen oder Tage ziehen, das Ergebnis wäre katastrophal. Aber es ist richtig darüber nachzudenken, wie viele Höhepunkte es braucht und wie lange die Beiträge, die darauf hinleiten, getaktet sind.

Der Filmproduzent Jack Warner gab Drehbuchautoren den klugen Tipp, ihren Film mit einem Erdbeben anzufangen und sich dann langsam zu steigern. Dynamik ist ohne Zweifel für das Erzeugen oder Aufrechterhalten von Spannung unabdingbar. Aber wenn eine Achterbahnfahrt nicht aufhört, wird sie zum Horror. Gerade durch den Gegensatz von Anspannung und Entspannung, von laut und leise, fragil und heftig, wenig und viel lässt sich Spannung erst erzeugen.

Autor: Stephan Schäfer-Mehdi

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