Messestand aus dem Drucker?

3d printed objects at Technology Hub in Milan, ItalyDie Rede ist natürlich nicht von Papiertigern, die bei Design-Thinking-Workshops mit Papier, Schere und Kleber als Stein der kreativen Weise entstehen. Die Frage ist, was bringt der 3D-Druck für Set- und Messebau?

Noch müssen sich die Messebauer mit ihren Sägen, Lagern, Hallen und Mitarbeitern vor Corona fürchten. Der Virus vermiest gerade der ganzen Branche nicht nur den Spaß, sondern wirft existentielle Fragen auf. Doch die Digitalisierung geht ja weiter.

Digitale Zwillinge real geplanter Messestände erweisen sich als Strohhalm der Aussteller, wenn die Messen verschoben oder gecancelt werden. So lässt sich immerhin virtuell kommunizieren und Produkte können trotzdem in den Markt eingeführt werden. Wer weiß, wer von den Kunden dann auf den Trichter kommt, dass ein Stand aus Bits und Bytes ein viel geringeres Risiko darstellt, als wenn Naturereignisse und Pandemien einen teuren Strich durch die Rechnung machen. Aber zurück zum Thema.

Das Internet of Things bietet mit 3Druck jetzt schon spannende Möglichkeiten. Dabei geht es nicht nur um Materialeinsparungen, die ein klarer Vorteil des additiven Verfahrens sind, bei dem weder Späne noch anderer Abfall anfällt, der entsorgt oder recycelt wird. Auch kreativ ist jetzt schon einiges drin. Exponate oder Deko-Objekte lassen sich jetzt schon herstellen. Es können spannende Texturen umgesetzt werden und durch Serienproduktion kleinerer Teile in handelsüblichen Druckern, lassen sich durch die Montage auch größere Flächen oder Räume schaffen, was von Künstlern im kleineren Rahmen schon gemacht wurde. Kleine Metallteile lassen sich aus Edelstahl, Bronze, Titan oder Aluminium „drucken“. Auch Beton ist möglich und erste Brücken sind in den Niederlanden oder China schon im Einsatz. Für den Messe- und Setbau ist Biokompositmaterial interessant. Allerdings trübt die gute CO2-Bilanz bei der Herstellung die Bilanz am Ende bei der Entsorgung, wenn die zugemischten Polymere erdölbasiert sind. Auch die Schwerentflammbarkeit ist eine Herausforderung. Einige Filamente, das sind die „Drähte“ des Kunststoff-Rohmaterials, sind schwer entflammbar nach Normen zur Brennbarkeit von Kunststoffen für Teile in Geräten und Anwendungen, einige auch nach B1.

Wie im Fall der Atomautos oder anderer SciFi-Fantasien, wird es wohl nie dazu kommen, dass ein gewaltiger Printer in einer Messehalle den Stand aus dem Nichts druckt. Aber die additive Fertigung von Scenografien durch 3D-Druck bietet faszinierende Perspektiven. Seien wir doch einfach mal kreativ!

Autor: Stephan Schäfer-Mehdi

Bildquelle: Depositphotos - Mailand 21. April 2017. Gedruckte 3D-Objekte im Technologiezentrum, internationale Veranstaltung für innovative und futuristischen Technologien. Foto von tinx


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